Jugendliche erfahren Respekt

ALTSTÄTTEN. An der interreligiösen Dialog- und Aktionswoche (ida) in der Bettagswoche beteiligt sich auch die Region Rheintal. Vom 11. bis 13. September werden Jugendliche im «Respect-Camp» angeregt, sich selber zu überdenken.

Monika von der Linden
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Beim «Respect-Camp» engagieren sich auch Lehrkräfte vom Schulhaus Sonnental in Rebstein. Dort hat Projektleiterin Marion Heeb ihre Anlaufstelle für die Schulsozialarbeit. (Bild: Monika von der Linden)

Beim «Respect-Camp» engagieren sich auch Lehrkräfte vom Schulhaus Sonnental in Rebstein. Dort hat Projektleiterin Marion Heeb ihre Anlaufstelle für die Schulsozialarbeit. (Bild: Monika von der Linden)

Einen aktiven Dialog zwischen den Kulturen zu suchen und zu fördern ist nicht alleine die Aufgabe von Religionen. Im Kanton St. Gallen wurde bereits dreimal eine interreligiöse Dialog- und Aktionswoche (ida) durchgeführt. 2005 unterzeichneten Vertretungen aus Politik und Religionen die «St. Galler Erklärung» und gingen öffentlich eine Verbindlichkeit für die Gestaltung des Zusammenlebens ein.

2009 wurde erstmals in Altstätten eine ida-Woche durchgeführt. Gekennzeichnet waren die Veranstaltungen durch einen regen und fruchtbaren Austausch. Mit der «Altstätter Erklärung» bekundeten die Unterzeichnenden, die Feststellung aus St. Gallen hat auch für die Region Altstätten Gültigkeit. Ausdruck des überregional gepflegten Dialogs war die Teilnahme einer Rheintaler Gruppe an der Abschlussveranstaltung in St. Gallen.

«Respect-Camp» in Altstätten

Vor zwei Jahren wurde in St. Gallen erstmals und erfolgreich ein «Respect-Camp» durchgeführt. Das Konzept hatte Urs Urech (Aargau) unter dem Namen «Peace Camp» erstellt. Die Erfahrungen motivierten die Arbeitsgruppe in Altstätten, das «Respect-Camp» während der ida-Woche 2011 – vom 11. bis 13. September – auf der Sportanlage Gesa der Stadt Altstätten zu organisieren. Dieser Arbeitsgruppe gehören Vertretungen der Stadt Altstätten, Schulen, Kirchen, verschiedener Organisationen und Religionsgemeinschaften sowie der Regionalen Fachstelle Integration Rheintal an.

In diesem Jahr ist das Thema Jugend Schwerpunkt, so dass die Projektleitung der Jugendarbeit Altstätten obliegt. Projektleiterin Marion Heeb spricht mit unserer Zeitung darüber, wie das Camp gestaltet wird. Ziel ist, Inhalte wie religiöse Toleranz, Respekt und friedliches Zusammenleben auf jugendgerechte Art zu thematisieren.

Sechs «Trainingspoints»

Die jungen Menschen zwischen 13 und 20 Jahren werden gruppenweise durch das Zelt-Camp geleitet und absolvieren einen anderthalbstündigen Parcours mit sechs «Trainingspoints». An jeder Station wird jeweils ein Thema («Frustabbau», «Kommunikation», «Zufriedenheit», «Frieden stiften», «Beziehungen – zwischen Fremdem und Vertrauten» und «Frieden, Salem, Schalom») vertieft.

Dabei können die Schülerinnen und Schüler selber auswählen, wie intensiv sie Informationen aufnehmen, miteinander diskutieren oder sich zum Nachdenken ins «Chill-out»-Zelt zurückziehen möchten. Fachpersonen animieren sie mit unterschiedlichen Methoden dazu, Lösungsansätze für für die Übertragung ins eigene Leben zu suchen, beschreibt die Projektleiterin das Konzept.

Resonanz bei Lehrkräften

Um Jugendliche in der Gruppe zu erreichen, in der sie ihren Alltag verbringen, sind in erster Linie Schulklassen die Zielgruppe für das «Respect-Camp». Hierfür haben Marion Heeb und Ralph Good (Schulleiter OZ Wiesental) Lehrerteams der Oberstufenzentren im oberen Rheintal besucht und mit dem Konzept vertraut gemacht. Die Resonanz war so positiv, dass bereits 33 Schulklassen mit rund 650 Schülerinnen und Schülern angemeldet sind. Um die Erfahrungen des «Respect-Camps» im Unterricht auswerten zu können, absolvieren die Lehrkräfte eine Schulung durch Urs Urech und erhalten einen Leitfaden «Zivilcourage». Auch die Notizen im Projektheft der Jugendlichen dienen einer Nachbereitung im Klassenverband.

Vereine und Gruppierungen

Das «Respect-Camp» öffnet sich auch für Vereine und andere Gruppierungen, sagt Heeb. So können sich für den Montagabend auch Gruppen anmelden, die ihre Freizeit miteinander verbringen. Eine Teilnahme am «Respect-Camp» kann eine sinnvolle Ergänzung zu den Aktivitäten darstellen, welche zum Tragen des Labels «Sport-verein-t» berechtigen.

Am Sonntag wird die Bevölkerung der Region zu einem Eröffnungsfest eingeladen. Wie dies gestaltet wird, befindet sich noch in Planung. Zudem sind weitere Arbeitskreise daran, Aktivitäten während der ida-Woche zu planen. Auch eine gemeinsame Fahrt nach St. Gallen zur Abschlussveranstaltung ist wiederum vorgesehen.

Anmeldungen und Informationen erteilt Projektleiterin Marion Heeb, Tel.071 755 68 15, 079 384 79 18, E-Mail marion.heeb@altstaetten.ch, www.jugend-altstaetten.ch.

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