In neuer Uniform löschen lernen

Die Rheintalische Jugendfeuerwehr feierte am Samstag ihr 20-Jahr-Jubiläum mit neuer Einsatzbekleidung.

Hildegard Bickel
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Die Jugendlichen machen die Atemschutzgeräte bereit. (Bild: Hildegard Bickel)

Die Jugendlichen machen die Atemschutzgeräte bereit. (Bild: Hildegard Bickel)

Die Hose sitzt, die Jacke auch. Mit Freude tragen die Jugendlichen während der Hauptübung auf dem Gelände des Feuerwehrdepots Oberriet die rot- schwarze Bekleidung mit den silbernen Reflektoren, die in der Sonne leuchten. Insgesamt 50 Uniformen ersetzen den gesamten Bestand der alten, ausgedienten Exemplare.

Somit steht den Vereinsmitgliedern eine entsprechende Bekleidung für ihre Tätigkeiten zur Verfügung. Derzeit gehören dem Verein 37 Mitglieder im Alter von 12 bis 18 Jahren an, die aus dem Einzugsgebiet von Rebstein bis Lienz stammen.

Für jedes Alter passende Übungen

Aufgeteilt in drei Gruppen übten sie vor den Besuchern verschiedene Einsätze. Die Rookies – die 12- und 13-Jährigen – lernten schwere Lasten zu heben und bewegen. Die 14- und 15- jährigen Dragons widmeten sich dem Thema Lüfter und wie sie Gebäude entrauchen können. Die ältesten, die 16- bis 17-jährigen Firefighters, wurden in der Königsdisziplin Brandbekämpfung ausgebildet und trugen Atemschutzgeräte. «Die Motivation unserer Mitglieder ist hoch», sagt Pascal Rusch, Präsident der Rheintalischen Jugendfeuerwehr. «Die Jüngeren können es jeweils kaum erwarten, bis sie auf der nächsten Stufe zum Einsatz kommen.» Zum Höhepunkt der Übung gab es einen Einsatz mit Blaulicht und Sirenen, bei dem die Jugendlichen drei Personen aus der brennenden und rauchigen Werkstatt des Werkhofs bergen mussten. «Sie haben die Aufgaben selbstständig gemeistert und das Gelernte angewendet», lobte Pascal Rusch.

Den Nachwuchs für Ernstfälle vorbereiten

Gäbe es die Jugendfeuerwehr nicht, hätten diverse aktive Feuerwehren ein Nachwuchsproblem. Denn während sechs Jahren erlernen die Jugendlichen das Feuerwehrhandwerk rund um Erste Hilfe, Tierrettung, Brandverhütung und Bekämpfung, damit sie anschliessend nahtlos in die Feuerwehr übertreten können. Die Sicherheit der Öffentlichkeit im Oberen Rheintal ist dadurch auf einem hohen Niveau. Das wird auch von den Gemeinden Rebstein, Marbach, Altstätten, Eichberg, Oberriet und Rüthi geschätzt, haben sie doch die Kosten der neuen wetterfesten und gut sichtbaren Einsatzbekleidung zur Hälfte übernommen. Die andere Hälfte der Finanzierung konnte die Jugendfeuerwehr dank grosszügigen Sponsoren sicherstellen.

Dies ist auch eine Bestätigung für den Aufwand der 25 Leiter, die sich ehrenamtlich und im Sinne der Jugendarbeit und Förderung einsetzen. Denn eine Besoldung oder finanzielle Unterstützung, wie dies bei der aktiven freiwilligen Feuerwehr durch die kantonale Gebäudeversicherung und die Gemeinde getätigt wird, gibt es nicht.

Um auch schon die kleinen Besucher auf die sinnvolle Freizeitbeschäftigung aufmerksam zu machen, standen Geschicklichkeitsspiele bereit, wo Kinder ihr Löschtalent und ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen konnten, in dem sie mit einem Schlauch Tennisbälle von einem Leitkegel spritzten. Der nasse Spass und die Festwirtschaft rundeten die gelungene Neuuniformierung ab.