Jubiläum und gelebtes Brauchtum

WOLFHALDEN. In Wolfhalden führten die Viehzuchtgemeinschaft Wolfhalden-Lutzenberg und der Vorderländer Schafzuchtverein VAR ihre Viehschauen durch. Der gemeinsame Auftritt der beiden Zuchtvereine unterstreicht die Idee der Erlebnisviehschau und schafft auch mehr Effizienz für die Veranstalter.

Bea Sutter
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Echt sennisch mit Tracht und Geissen fuhr die Familie Josef und Prisca Fuster vom Guggenbühl, Wolfhalden, auf. Was auf dem Bild nicht zu sehen ist, war das Zäuerle. Für das teilweise von weit her angereiste Publikum war diese Auffuhr der Tiere zum Schauplatz eine Augen- und Ohrenweide – eben eine richtige Erlebnisviehschau. (Bilder: Bea Sutter)

Echt sennisch mit Tracht und Geissen fuhr die Familie Josef und Prisca Fuster vom Guggenbühl, Wolfhalden, auf. Was auf dem Bild nicht zu sehen ist, war das Zäuerle. Für das teilweise von weit her angereiste Publikum war diese Auffuhr der Tiere zum Schauplatz eine Augen- und Ohrenweide – eben eine richtige Erlebnisviehschau. (Bilder: Bea Sutter)

Seit über zehn Jahren findet die Schau des Schafzuchtvereins Appenzeller Vorderland VAR zusammen mit der Erlebnisviehschau in Wolfhalden statt. Der Schafzuchtverein Appenzeller Vorderland feierte gestern sein 50-Jahr-Jubiläum.

Dass genau an diesem Tag im Stall der der Familie Sennhauser ein Lamm geboren wurde, freute Sepp Sennhauser, Präsident des Appenzellischen Schafzuchtverbandes, und seinen Sohn Dominik Sennhauser , der als Präsident des VAR-Schafzuchtvereins auch als Schaupräsident seines Amtes waltete. Das Lamm kam um zwei Uhr morgens zur Welt. Seine Mutter Zora gebar das zehnte Lamm. «Eine schöne Jubiläumsüberraschung», sagte Sepp Sennhauser.

200 Schafe bewertet

Zehn Züchter führten 200 Schafe den Wertungsrichtern vor. Die Schafe, praktisch alles Muttertiere (die Widder wurden nicht bewertet, dafür gibt es die separate Widderschau), wurden aufgrund ihres Typs, ihres Fundaments und ihrer Wolle beurteilt. «Für den Züchter ist die Schafschau ein Vergleich und eine Standortbestimmung», erläuterte Schaupräsident Dominik Sennhauser.

Bei der «Miss-Wahl» gewann Nadja. Das schönste Schaf gehört Sascha Frei aus Waldkirch.

Bäuerliches Brauchtum pflegen

Um neun Uhr säumte zahlreiches Publikum die Strassen. Gespannt erwarteten Erwachsene und Kinder die Auffuhr des Braunviehs. Kommen sie nun von unten oder von oben? Nun hörte man die Kuhglocken. Die erste Familie näherte sich mit ihren Tieren dem Dorfzentrum und bog unter grossem Applaus des Publikum in Richtung Schauplatz ab. Dort wurden die Tiere von den Experten bewertet.

Acht Landwirte aus Wolfhalden und Lutzenberg fuhren mit 300 Stück Braunvieh auf. Nebst den vielen Kühen waren auch Rinder und Stiere dabei. Die schön herausgeputzten Viehherden waren eine Augenweide für die Zuschauer. Einige Familien waren sennisch aufgefahren, das heisst, sie waren in der traditionellen Appenzeller Tracht gekleidet. Da und dort war ein Zäuerli zu hören. Schaupräsident Eugen Schläpfer findet es enorm wichtig, dass das bäuerliche Brauchtum gepflegt und in den Familien weitergegeben wird. «Die Erlebnisviehschauen sind ein Teil unserer Öffentlichkeitsarbeit. Darum führen wir den Anlass gemeinsam mit dem Schafzuchtverein durch». Eugen Schläpfer wies auf das weitere Programm mit einem Markt und einem Schauabend hin. Alle diese Veranstaltungen haben zum Ziel, die Landwirtschaft der Bevölkerung näherzubringen.

Paddy-Monja ist die Schönste

Zur «Miss Wolfhalden-Lutzenberg» wurde Paddy-Monja aus dem Stall von Hans Schmid aus Wolfhalden erkürt. Prunki-Pajara von Sepp Fuster aus Wolfhalden wurde Zweite.

Sechs Stunden alt ist das Lämmchen: Sepp Sennhauser, Präsident Appenzellischer Schafzuchtverband, und sein Sohn Dominik, Präsident Schafzuchtverein VAR, freuen sich über den Nachwuchs zum Jubiläum.

Sechs Stunden alt ist das Lämmchen: Sepp Sennhauser, Präsident Appenzellischer Schafzuchtverband, und sein Sohn Dominik, Präsident Schafzuchtverein VAR, freuen sich über den Nachwuchs zum Jubiläum.