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Jetzt sparen – das war einmal

Früher war alles besser – wer kennt diesen Satz nicht? Zumindest für die Zinsen auf Sparkonten trifft dies zu. Im Gegensatz zu heute erhielten Sparer früher hohe Zinsen.
Benjamin Schmid
In Zeiten der Nullzinspolitik muten 3 ¾ % Zinsen auf die Spareinlage beinahe utopisch hoch an. (Bild: Der Rheintaler, 4. Juli 1968)

In Zeiten der Nullzinspolitik muten 3 ¾ % Zinsen auf die Spareinlage beinahe utopisch hoch an. (Bild: Der Rheintaler, 4. Juli 1968)

So warb die Schweizerische Bankgesellschaft vor 50 Jahren mit 3 ¾ Prozent Zins: «Ein Grund mehr, bei der SBG ein Sparheft zu eröffnen», hiess es in einem Inserat des «Rheintalers» im Jahr 1968.

Paradiesische Zustände, möchte man meinen, vergleicht man diese Zinssätze mit den aktuell an-gebotenen Zinsen der Banken. Doch ein Blick auf die Entwicklung der Zinssätze verrät, dass es sogar noch bessere Zeiten gab.

So tiefe Zinssätze wie noch nie

Die Geschichte des Zinses reicht weit zurück. Vermutlich haben Bauern schon in der Jungsteinzeit Saatgut als Kredite vergeben. Bekamen diese nach der Ernte eine grössere Menge zurück, war das eine Art Zins. Das älteste bisher gefundene Schriftstück, das Zinssätze und Zinszahlungsmodalitäten enthält, ist der Codex des Hammurapi (1800 v. Chr.). Für Getreide soll nicht mehr als 33,3 Prozent und für Silber nicht über 20 Prozent Zins erhoben werden.

Aus dem antiken Griechenland ist bekannt, dass erste Hypotheken ausgegeben und verzinst wurden. Dabei wurde anfänglich mit einem Zinssatz von acht bis zwölf Prozent, später mit Zinssätzen zwischen sechs und zehn Prozent gerechnet. Bei den Römern sanken die Zinssätze linear zur Vergrösserung des Reiches und näherten sich mit vier Prozent denjenigen moderner Zeiten an. Obwohl Handel und Kreditwesen sicher nie ganz zum Erliegen kamen, ist in der Zeit vom fünften bis elften Jahrhundert kaum etwas über die Zinsentwicklung in Europa bekannt. Ab dem 13. Jahrhundert gibt es vermehrt Daten zu Zinsen: Während freie Städte eine gute Kreditwürdigkeit besassen, sah das bei den Fürsten anders aus. Ihnen wurde nur zu hohen Zinsen (20–80 Prozent) ausgeliehen. In der Renaissance fielen die Zinsen für Geschäftskredite auf vier bis zwölf Prozent. Mit dem Aufkommen von Staatsbanken im 17. Jahrhundert wurde der europaweit organisierte Kreditmarkt nationalen Grenzen unterworfen. Die niedrigsten Zinssätze für Geschäftskredite sind aus England (3 Prozent) und den Niederlanden (1,75 Prozent) bekannt.

Zinsen auf dem Nullpunkt

Schwankte der Durchschnittszins in England und Amerika zwischen 1660 und 1960 zwischen sechs und zwei Prozent, kam es in den letzten 50 Jahren zu extremen Veränderungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen die Zinsen für Privatpersonen in der Schweiz von anfänglich rund zwei Prozent (1946) auf über fünf Prozent (1974). Noch 1992 erhielten Kunden bei Grossbanken auf ihre Spareinlagen fünf Prozent Zinsen; innerhalb von zehn Jahren sank der Zinssatz bis auf ein Prozent. Seither hat sich das Zinsniveau nicht mehr erholt. Bekannt ist heute sogar der Negativzins.

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