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Jesus – wahrer Mensch – oder doch nur Gott?

Eigentlich schauen wir Christen Jesus meist als Gottes Sohn, als vom Vater gesandt an. Für uns ist er der Ausdruck Gottes hier auf Erden, in dem die unendliche Grösse Gottes scheinbar fassbar und definierbar geworden ist. Aber ist sie das wirklich?
Jens Mayer Pfarrer In Balgach
Fast nirgends kommt uns der Mensch Jesus so nah wie in der Passionszeit. Und doch merken wir nicht, wie sehr wir uns damit vom Menschen Jesus distanzieren. (Bild: depostiphotos©Iurii)

Fast nirgends kommt uns der Mensch Jesus so nah wie in der Passionszeit. Und doch merken wir nicht, wie sehr wir uns damit vom Menschen Jesus distanzieren. (Bild: depostiphotos©Iurii)

Eigentlich schauen wir Christen Jesus meist als Gottes Sohn, als vom Vater gesandt an. Für uns ist er der Ausdruck Gottes hier auf Erden, in dem die unendliche Grösse Gottes scheinbar fassbar und definierbar geworden ist.

Aber ist sie das wirklich?

Die offizielle Definition von kirchlicher Seite lautet, dass Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott war. Doch nehmen wir wirklich beide Aspekte in unserem Glauben wahr?

Gerade jetzt, in der Passionszeit, denken wir an das Leiden und Sterben des Menschen Jesus. Dabei haben wir diese Leidensgeschichte in unzähligen Darstellungen und Kreuzwegbildern vor Augen. Fast nirgends kommt uns der Mensch Jesus so nahe, wie in diesen Wochen. Und doch merken wir nicht, wie sehr wir uns damit vom Menschen Jesus distanzieren. In unserer Vorstellung ist Jesus langhaarig, mit mehr oder weniger gut gestutztem Bart, eher hager von Statur, mit immer klarem Blick aus blauen Augen und vor allem hellhäutig.

Doch so wie wir uns auf diese Äusserlichkeiten konzentrieren, so sehr projizieren wir unsere persönlichen Vorstellungen in den Menschen Jesus hinein, die er sicher nie gehabt hat. Der Mensch Jesus war wahrscheinlich nicht viel grösser als 1,60 Meter, hatte eine recht dunkle Hauttönung und sah wahrscheinlich einem heutigen Flüchtling aus Syrien nicht unähnlich. Und sein Haar war wahrscheinlich auch weniger Föhnwellen geglättet, als vielmehr ungekämmt und zottelig.

Doch auch das können nur Vermutungen sein und bleiben. Denn über die Äusserlichkeit werden wir uns dem Menschen Jesus nie nähern können, auch wenn wir uns dies noch so sehr wünschen. Der Mensch Jesus wird zum Idealbild, zum Idol, an dem wir uns orientieren sollen. Doch zu einem Idol brauchen wir ein Gesicht, eine Vorstellung. Und eben diese entzieht sich uns bei Jesus. Wir können seine Menschlichkeit und sein Menschsein nur in dem entdecken, was in den Evangelien über ihn geschrieben steht. Dort begegnet er uns in seiner Freundlichkeit, seinem Selbstbewusstsein, seinem sicheren Auftreten und seinem Einsatz für alle Menschen. Wir entdecken ihn dort aber auch mit seinen Zweifeln und seiner Angst, seinen Unsicherheiten und seinem Todesschrei. Diese Dinge sind es, in denen wir den Menschen Jesus finden können, auch wenn uns eine genaue Personenbeschreibung vorenthalten wird. Doch da wir wissen, dass vor allem die inneren Werte zählen, ist die Äusserlichkeit am Ende vielleicht gar nicht mehr so wichtig.

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