Jeder für ein Tor gut

Der FC Au-Berneck steigt auf, von Raffael Zanoni

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Kaderbreite, Balance und ein Flair für Spitzenspiele – das sind die Gründe, weshalb Au-Berneck im Juni in die 2. Liga aufsteigt.

Wen interessiert die Rote Laterne vom Wintercup, wenn die Lehnherr/Stüdli-Elf nach 22 Runden Leader ist? Und überhaupt sind Sensationen gerade deshalb so sensationell, weil es im Vorfeld niemand erwartet. Es sei denn, man habe damit gerechnet, dass Griechenland 2004 Europameister wird.

«Au-Berneck steigt auf!» – Manch einer würde diese Schlagzeile am 17. Juni als Sensation erachten. Bei genauerem Hinschauen scheint dieses Szenario jedoch realistisch – ja es ist sogar logisch: In der Vorrunde hat das Team 33-mal getroffen und somit die meisten Treffer erzielt. Beachtlich daran ist, dass die Tore von zehn verschiedenen Spielern geschossen wurden. Auf der Degern wissen also nicht nur die Stürmer, dass das Runde ins Eckige muss.

Hinten hat Gelb-Blau wenig zugelassen. Nur zwölf Gegentore aus elf Spielen stehen zu Buche. Personell gibt es wenige Veränderungen; wenn überhaupt ist die Mannschaft stärker geworden. Als Beispiel kann Flügelspieler Wendelin Hobel genannt werden, der schon in der österreichischen Regionalliga spielte und den Rheintaler Fussball aus Rüthner Zeiten kennt.

Die wohl grösste Tugend Au-Bernecks verbirgt sich in den Duellen mit direkten Konkurrenten. Seit dem Abstieg 2010 hat die Mannschaft fünf Partien gegen Rheineck bestritten – viermal gingen die Auer als Sieger vom Feld. Gegen Rebstein ist die Bilanz ausgeglichen.

Für den Dritten der 3. Liga ist es daher unnötig, auf Rebstein (1.) oder Rheineck (2.) zu schielen. Wenn Au-Berneck die hinter sich platzierten Mannschaften besiegt, ist der Aufstieg geritzt. Zuletzt gelang das vor fünf Jahren. Rheineck wurde damals 7:0 und 6:1 abgefertigt.

Vorne treffsicher, hinten sattelfest und in den entscheidenden Spielen hellwach: Wer sich von dieser Equipe keinen Erfolg verspricht, hat von Fussball keine Ahnung. Die Auer Verantwortlichen können sich nun zurücklehnen und haben elf Wochen Zeit. Wofür? Die Kühlschränke auf der Degern rechtzeitig mit Sekt und Bier zu füllen.

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