Jazzige Töne zum Muttertag

WIDNAU. Für die Sonntagsmatinee am Muttertag lud der Kulturverein Widnau die Jazz-Formation Satie's Fraktion ein. Das zürcherisch-bündnerische Quartett überzeugte mit jazzigen Tönen vom Feinsten.

Susi Miara
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Alle Besucherinnen wurden mit einer Blume beschenkt.

Alle Besucherinnen wurden mit einer Blume beschenkt.

Gewagt sei es schon gewesen, die Sonntagsmatinee am Muttertag durchzuführen, sagte der Präsident des Kulturvereins Widnau, Urs Sieber, in seiner Begrüssung. Die rund 60 Zuschauer bereuten auf jeden Fall nicht, dass sie gekommen waren. «Es war phantastisch», hörte man von allen Seiten. Wenn das zürcherisch-bündnerische Quartett mit Daniel Baschnagel an Trompete und Flügelhorn, Daniel Frei am Tenor- und Sopransaxophon, Egon Rietmann am Baritonsaxophon und dem Akkordeonisten Curdin Janett aufspielte, darf man gespannt sein, aus welchen klanglichen Verstrickungen musiziert wird. Das Repertoire reicht von Erik Satie über Kurt Weill bis hin zu Originals zwischen Jazz, Volksmusik und Klassik. Dies immer im massgeschneiderten Gewand. Groovig, melancholisch, jazzig, augenzwinkernd. Die Künstler lassen sich nämlich nicht gerne schubladisieren, sondern tun das, was ihnen gefällt. In Erik Satie, einem skurrilen französischen Komponist und Zeitgenossen von Claude Debussy, haben sie eine Stil-Ikone gefunden. Anfangs hätten sie viele seiner Stücke gespielt, sagt Egon Rietmann. Heute seien es überwiegend Eigenkompositionen, die sie dem Publikum präsentieren.

Imaginäre Reise

Ihre musikalische, imaginäre Reise starteten sie trotzdem mit einem Stück ihres musikalischen Vorbilds Erik Satie. Egon Rietmann versucht das Publikum mit ihrer Musik vertraut zu machen, erklärt den Sinn, den Hintergrund und die Gedanken des Komponisten wie beim «Stolpertanz» von Daniel Baschnagel, der seine Erfahrung über den obligaten Hochzeitstanz musikalisch zum Ausdruck brachte. Mit «Dear old Stockholm» ging die Reise weiter. Das Publikum erlebte einen musikalischen Dialog der Instrumente, der ab und zu von den einzelnen Instrumenten zu einem Monolog unterbrochen wurde. Beim «Blues in F für Katzen von Fritz» hörte man sogar das Miauen der Katzen. Die vier Musiker zeigten dem Publikum, was man mit eine Instrument anstellen kann. Den Blues komponierte übrigens Curdin Janett für einen Puppenspieler, dessen Katze wirklich Fritz heisst.

Szenen aus «Simsalabim»

Auch das nächste Stück war eine Komposition des Bündners Curdin Janett. Für die Kindersendung «Simsalabim» komponierte er zwölf kleine Szenen, die die Jazzmusiker zum Ganzen arrangierten. Egon Rietmann forderte die Zuhörer auf, ihre Augen zu schliessen und die vielen besonderen Gestalten aus dem Engadin in der Musik zu entdecken. Melancholisch ging es weiter mit einer Komposition von Egon Rietmann, der den Abschied der Kinder auf besondere Art interpretierte. Mit spanischen Klängen beendete Satie's Fraktion ihr spezielles musikalisches Programm. Zwei Zugaben forderte das begeisterte Publikum, und auch danach wollte der Applaus nicht enden.

Blumen für die Mütter

Beim traditionellen Apéro hatten die Besucher noch genügend Zeit, mit den vier Musikern zu plaudern. Die Besucherinnen wurden vom Kulturverein-OK speziell überrascht, durfte doch jede Frau zum Muttertag eine Blume mit nach Hause nehmen.

Die vier Musiker der Jazz-Formation Satie's Fraktion (von links) Daniel Baschnagel, Daniel Frei, Curdin Janett und Egon Rietmann. (Bilder: Susi Miara)

Die vier Musiker der Jazz-Formation Satie's Fraktion (von links) Daniel Baschnagel, Daniel Frei, Curdin Janett und Egon Rietmann. (Bilder: Susi Miara)

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