Jansen expandiert in die Türkei

Mit dem Kauf des türkischen Stahlröhrenwerks Hassas Boru stärkt Jansen seine Präsenz im Wachstumsmarkt Türkei. Auf die bestehenden Standorte hat dies keine personellen Auswirkungen.

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Oberriet. Die Jansen-Gruppe hat in der Nähe von Izmit, rund 100 Kilometer ausserhalb von Istanbul, ein Stahlröhrenwerk gekauft. Das Unternehmen, Hassas Boru, beschäftigt 65 Mitarbeitende in Produktion, Vertrieb und Verwaltung. Bisher befand sich das Unternehmen in Familienbesitz. Da keine familieninterne Nachfolge gefunden wurde, haben sich die Eigentümer zu einem Verkauf entschlossen. Die Jansen-Gruppe übernimmt 100 % der Anteile.

Damit wird Hassas Boru zu einem Schwesterunternehmen der bestehenden Produktionsstandorte in Oberriet und Dingelstädt. Dr. Christoph Jansen, Mitglied des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung der Jansen AG, freut sich: «Als Familienunternehmen nehmen wir bei Hassas Boru eine ähnliche Kultur wahr wie bei uns.» Dies habe die Verhandlungen stark vereinfacht und werde auch die Integration des Unternehmens in die Jansen-Gruppe reibungslos gestalten.

Hassas Boru verfügt über eine eigene Zieherei und Anarbeitung. Die Ausgangsrohre werden in Asien, Europa – teilweise schon heute bei Jansen – und vor Ort in der Türkei beschafft.

Attraktiver Markt

Für Jansen stellt die Türkei ein attraktiver Wachstumsmarkt dar. Einerseits verfügt die Türkei mit über 70 Mio. Einwohnern über einen bedeutenden Binnenmarkt. Andererseits ist sie aus Logistiksicht ideal gelegen für Exporte nach Asien, Iran, Indien und Russland. Als einer der wenigen Märkte weltweit weist die Türkei damit sowohl im Inland wie auch im Ausland Wachstumspotenzial auf.

Die Automobilindustrie, als wichtigster Abnehmer für Präzisionsstahlrohre von Jansen, ist in der Türkei stark vertreten. Sämtliche der grossen Automobilhersteller und -zulieferer verfügen über Produktionsstandorte in der Türkei. Kurze Reaktionszeiten und hohe Verfügbarkeitsanforderungen machen es in dieser Branche nötig, möglichst nahe bei den Kunden zu sein. Mit dem neuen Standort in der Türkei ist Jansen damit gut aufgestellt, um die Kunden vor Ort zuverlässig beliefern zu können.

Markterweiterung

Mit dem Kauf eines Unternehmens in der Türkei stärkt Jansen die beiden bisherigen Produktionsstandorte in Oberriet und im deutschen Dingelstädt. Rohre dieser beiden Werke werden künftig in der Türkei für den dortigen Markt angearbeitet und für die Kunden kommissioniert. Die Jansen-Gruppe verfügt damit über zusätzliche Produktionskapazitäten, die sie zur Erschliessung neuer Märkte nutzen wird.

Auf die bestehenden Standorte hat die Akquisition keine personellen Auswirkungen. Es ist keine Verlagerung von Kapazitäten oder Arbeitsplätzen von den bestehenden Standorten in die Türkei vorgesehen. Christoph Jansen versichert: «Wenn es der Jansen-Gruppe insgesamt gut geht, dann ist das positiv für alle Tochterunternehmen. Der Kauf von Hassas Boru stärkt uns als Unternehmensgruppe. Niemand muss um seinen Arbeitsplatz fürchten.» (pd)

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