«Ja, ich will» – eine App für Brautpaare

WIDNAU. Paare, die heute vor den Traualtar treten, benutzten Handys selbstverständlich. Da liegt es nahe, sie in der Vorbereitung mittels einer App zu begleiten. Diakon Carsten Wolfers aus Widnau war an der Entstehung von «Ja, ich will» beteiligt.

Monika von der Linden
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Diakon Carsten Wolfers sieht in der App «Ja, ich will» eine willkommene Verknüpfung zu den Impulstagen für Brautleute. (Bild: Monika von der Linden)

Diakon Carsten Wolfers sieht in der App «Ja, ich will» eine willkommene Verknüpfung zu den Impulstagen für Brautleute. (Bild: Monika von der Linden)

Lange hat Diakon Carsten Wolfers zwar ein Handy, aber kein Smartphone gehabt. Inzwischen hat er das geändert. Zum Sinneswandel trugen seine Kinder bei, aber auch die Erkenntnis, dass es für die Kirche immer wichtiger wird, mittels neuer Medien zu kommunizieren.

Also sagte der Diakon: «Ja, ich will», als er von der Fachstelle Partnerschaft-Ehe-Familie im Bistum St. Gallen zur Mitarbeit an einer App für Brautpaare angefragt wurde. Er weiss, was Paare, die kirchlich heiraten möchten, beschäftigt. Denn er führt – mit der kirchlichen Paar- und Familienberatung Rheintal – Impulstage für Brautpaare durch.

App ist kein Hochzeitsplaner

«Ja, ich will» heisst die App, die das Bistum in den nächsten Tagen zum Download bereitstellt. «Es geht nicht um Catering und auch nicht darum, einen Terminplan für alles zu erstellen, was zu erledigen ist», sagt Carsten Wolfers. «Wir geben Denkanstösse und kleine Anregungen.» Zum Beispiel erfahre er an den Impulstagen von vielen Paaren, dass sie den Wunsch haben, den Ablauf des Gottesdienstes mitzugestalten. Sie können Lieder, Lesung, Fürbitten und Blumenschmuck auswählen. «Viele wissen nicht, dass sie mit dem Bibeltext das Thema der Predigt vorgeben.»

Der Ritus, Ringe zu tauschen, ist ein Zeichen für die Ewigkeit, weil der Ring rund ist. «Verstehe ich die Bedeutung der einzelnen Symbole, kann ich entscheiden, ob sie zu mir passen oder nicht.» Oft übergibt der Vater beim Einzug die Braut dem Bräutigam. «Geht das Paar gemeinsam zum Altar, zeigt es, es will seine Ehe partnerschaftlich gestalten. Das ist die Basis eines christlichen Eheverständnisses.»

Grösserer Verbindlichkeit

Viele Paare leben zusammen bevor sie heiraten. «Die Hochzeit ist nicht nur Begründung einer Lebensgemeinschaft. Das Paar will seiner Beziehung eine grössere Sicherheit geben.» Das drückt es mit dem Schritt in die Öffentlichkeit aus. Beide demonstrieren, sie stehen zusammen.

Viele Aspekte, die die App thematisiert, sind allgemein bekannt und gelten als selbstverständlich. «Dennoch tut es gut, auf sie gestossen zu werden.» Carsten Wolfers fragt sich selbst häufig: «Wie rede ich mit meiner Partnerin?» Deshalb hat er einen Impuls zum Stichwort Verbindlichkeit geschrieben. «Aktuelle Studien belegen, bei jungen Paaren spielt sie eine zentrale Rolle.» Eine Trauung ist eine Verbindlichkeitserklärung. «Darum habe ich nicht über sexuelle Treue geschrieben.» Es fange bei Pünktlichkeit an, ob man sich auf den anderen verlassen könne.

Brautpaare lassen sich unter www.kirchlich-heiraten.ch registrieren und bekommen bis zu einem Jahr lang wöchentlich einen Impuls auf ihr Smartphone geschickt.