Internationaler Aufsteiger

FUSSBALL. Der FC Au-Berneck 05 steigt dank des 2:0-Sieges über Schaan in die 2. Liga auf. Das «internationale» Team hat einen Trainer, der Doppelbürger ist: Schweizer und Italiener.

Beni Bruggmann
Drucken
Teilen
«Ruhig!» – Trainer Pepi Memoli wies dem FC Au-Berneck den Weg in die 2. Liga. (Bild: Yves Solenthaler)

«Ruhig!» – Trainer Pepi Memoli wies dem FC Au-Berneck den Weg in die 2. Liga. (Bild: Yves Solenthaler)

In der Startformation des FC Au-Berneck zum Finalspiel gegen Schaan stehen vier Schweizer. Die übrigen Spieler stammen ursprünglich aus dem Kosovo, aus Kroatien, aus Bosnien, aus Italien und aus Argentinien. Zu diesem «internationalen» Team passt der Trainer: Pepi Memoli ist in Rorschach auf die Welt gekommen, der Vater ist Italiener, die Mutter Spanierin, Memoli ist schweizerisch-italienischer Doppelbürger.

«Vom Italiener habe ich das Temperament, von der Spanierin die Freude am Geniessen, und als Schweizer weiss ich, dass zum Erfolg harte Arbeit und Disziplin gehören», sagt Memoli. Der 47-Jährige arbeitet als Personalberater und ist mit Katja verheiratet. Zur Familie gehören auch Noah und Salomé. Als Fussballer, meist im defensiven Mittelfeld, hat er bei Gossau, Brühl und Rorschach in der 1. Liga gespielt, mit Rorschach hat er sogar ein Aufstiegsspiel in die Nationalliga B bestritten. Gegen Wohlen setzte es aber eine Niederlage ab. Als Trainer bestritt er mit der Italiener-Mannschaft des FC Rorschach, mit Stella Azzurra, erfolglos Aufstiegsspiele, mit dem FC Rorschach aber schaffte er den Aufstieg in die 2. Liga inter.

Ruhe

Entscheidende Spiele sind dem Auer Trainer also nicht fremd. Das spürt man an diesem Sonntag auf dem Auer Fussballplatz. Memoli steht ruhig vor der Spielerbank, die Arme hinter dem Rücken so verbunden, dass er mit der rechten Hand den linken Unterarm umfasst. Und das, was er ausstrahlt, gibt er auch verbal weiter. «Ruhig!» Und immer wieder: «Ruhig!» Jetzt sind Memolis Schweizer Tugenden gefragt: Arbeit. Disziplin. Und genau diese Eigenschaften bringt das Team aufs Feld. Es wird mit dem 1:0 durch Mergim Osmani belohnt. Auch nach dem Platzverweis von Roger Meyer in der 67. Minute bleiben Memolis Spieler diszipliniert. Oder wie der Trainer immer wieder fordert: «Ruhig!»

Temperament

Memoli hat mit seiner zweiten Auswechslung eine glückliche Hand. Für Fuad Mustafic kommt sieben Minuten vor Schluss Ivo Zeba aufs Feld. Diesen Zeba, ihren eigenen Spieler, haben die Auer in der Vorbereitung völlig vergessen: Im Matchprogramm für dieses Spiel ist er nicht aufgeführt. Und nach einem Gulan-Freistoss wird Zeba auch von den Schaanern vergessen, keiner bewacht ihn. So schiebt er den Freistoss-Abpraller zum entscheidenden 2:0 über die Linie. Und nun steht der konzentrierte, gefasste, ganz aufs Spiel fokussierte Trainer plötzlich meterweit im Platz drinnen und jubelt. Das Temperament des Italieners bricht genau in der 84. Minute durch.

Freude am Genuss

Nach dem Abpfiff darf der Trainer den Aufstiegserfolg geniessen, genauso wie seine Spieler. Er strahlt, nimmt Glückwünsche entgegen und gratuliert seinerseits den Spielern. Aber die Gedanken gehen an den Anfang zurück. Vor zwei Jahren kam Memoli zum FC Au-Berneck. Nach der ersten Saison löste sich die «alte» Mannschaft auf, 15 neue Spieler kamen. «Frischer Wind», sagt der Trainer, «aber kein einfaches Team, keine einfachen Typen.» Im Trainingslager in Valencia im vergangenen Frühling wurde viel gesprochen. «Da haben wir uns endgültig gefunden», ist Memoli sicher.

In Spanien wurde also die Basis gelegt. Nun kann man sich in Au freuen und geniessen.