International Erfahrung sammeln

Seit 2011 amtet der Altstätter Roger Matt als Wettkampfchef der Sportunion Schweiz (SUS) im Ressort Leichtathletik. Er erklärt den Balgacher Event.

Brigitte Senn
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Wer oder was ist die SUS?

Roger Matt: Die SUS mit ihren 40 000 Frauen und Männern in 250 Turn- und Sportvereinen ist der zweitgrösste Schweizer Breitensportverband. Manche kennen sie von früheren Turnfesten her noch unter ihrem früheren Namen «SKTSV». Die Sport Union Ostschweiz, die letztes Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feierte, ist der zweitgrösste Teilverband der SUS. Zu ihr gehören im Rheintal zum Beispiel der KTV Altstätten, KTV Kriessern, TSV Montlingen, KTV Oberriet, TV Rebstein oder der KTV Widnau, aber auch Faustballvereine wie der neue Schweizer Meister Faustball Widnau oder der SVD Diepoldsau.

Wozu braucht ein Breitensportverband eine Leichtathletik-Abteilung?

Matt: In sehr vielen Turn- und Breitensportvereinen wird engagierte Nachwuchsarbeit für die Leichtathletikszene geleistet. Wir arbeiten eng mit Swiss Athletics zusammen. Die Jugitage der Sport Union umfassen stets die Komponenten Laufen, Werfen, Springen und Polysport. Da treten dann schon Talente zutage. Wenn diese in ihren Vereinen bleiben können, weil sie dort ausgezeichnete Trainer und Trainingsbedingungen haben, umso besser. Wir sind stolz, dass diverse der sechs Schweizer Starter bei Weltklasse Zürich aus SUS-Vereinen stammen und weiter in diesen trainieren.

Nun organisieren Sie in Balgach den internationalen Leichtathletik- Verbändewettkampf. Was ist darunter zu verstehen?

Matt: Die Sport Union hat, als sie noch das «K» im Namen trug, der internationalen Dachorganisation der katholischen Sportverbände angehört. Daraus sind enge Kontakte zu Nachbarverbänden entstanden, die in einigen Fachsportarten zu Freundschaftswettkämpfen geführt haben. In der Leichtathletik messen wir uns einmal jährlich zum Saisonende mit den Österreichern und den Deutschen. Der Anlass findet abwechslungsweise in einem der drei Länder statt. Ich selber habe mehrmals mitgemacht und spannende, neue Sportstätten und Orte entdeckt.

Welchen sportlichen Stellenwert hat dieser Wettkampf?

Matt: In erster Linie will unser Verband damit dem Nachwuchs eine Plattform bieten, um erste Wettkampferfahrungen auf internationaler Ebene zu sammeln. Selina Büchel hat beispielsweise so begonnen, Barbara Leuthard, Michelle Cueni, Daniele Angella sind weitere bekannte Namen. Auch der spätere Olympia-Silber-Gewinner im Bob, Christian Reich, hat so seine Sporen abverdient. Es kommt vor, dass in der entspannten Atmosphäre dieses Meetings zum Saisonende noch einmal Bestmarken fallen. Das Spannende ist, dass man für das Team auch mal seine Stammdisziplinen verlässt und in einer anderen Disziplin startet.

Spielt das Gesellschaftliche auch eine Rolle?

Matt: Auf jeden Fall. Die Abschlussabende nach dem Verbändewettkampf sind legendär. Da will jeder möglichst mit seiner Crew auf der Bühne stehen und den Pokal stemmen. Das Reglement berücksichtigt neben den Disziplinensiegen auch die Teamleistung und den Umfang der absolvierten Disziplinen. Als Delegationsleiter kann man auch dank einer guten Mischung und Taktik den Pokal anpeilen. Zahlenmässig ist die Schweizer Delegation dieses Jahr eher etwas schwach bestückt, da uns etliche Leute wegen der Staffel-SM fehlen. Aber die über 50 Helfer aus den Rheintaler Vereinen zählen schliesslich auch was.