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Integration durch Sprachförderung

Beim Leseförderungsprojekt «Schenk mir eine Geschichte» lesen Kinder mit ihren Eltern Geschichten in ihrer Muttersprache. Gute Sprachfähigkeiten in der Erstsprache vereinfachen den Kindern das Deutschlernen.
Benjamin Schmid
Besa Shabani (Mitte) mit den Müttern und ihren Kindern im Progy-Zentrum. (Bild: Benjamin Schmid)

Besa Shabani (Mitte) mit den Müttern und ihren Kindern im Progy-Zentrum. (Bild: Benjamin Schmid)

Das Projekt «Schenk mir eine Geschichte – Family Literacy» des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien SIKJM soll Eltern mit Migrationshintergrund bestärken, ihren Kindern zu Hause Bilderbücher und Geschichten in der Familiensprache zu erzählen und vorzulesen. «Im frühen Kindesalter werden die wichtigsten Grundlagen für erfolgreiche Bildungs- und Lebensverläufe gelegt», sagt Ursula Stadlmüller, Integrationsbeauftragte von der Fachstelle Integration, «mit diesem Projekt ermöglichen wir Kindern mit Migrationshintergrund den chancengleichen Zugang in ihre Schullaufbahn. Studien belegen, eine fundiert erlernte Erstsprache und früh erworbene literale Fähigkeiten sind eine wichtige Grundlage für den Erwerb der Zweitsprache Deutsch und den späteren Schulerfolg.»

Kinder stehen im Mittelpunkt

Besa Shabani aus Rebstein leitet die Kurse. Alle zwei Wochen treffen sich interessierte Mütter oder Väter mit ihren Kindern im Progy-Zentrum, um miteinander zu lesen, spielen, singen und basteln. «Nebst dem spielerischen Umgang mit Geschichten und der Sprache geht es bei diesem Angebot darum, die Erziehungsberechtigten zu informieren und sie in ihrer Eltern-Kind-Beziehung zu bestärken», sagt Shabani. Und Stadlmüller ergänzt: «Es ist ein Schnittstellenprojekt zwischen Integration und früher Förderung und zielt darauf ab, dass Eltern ihre Rolle als Experten für die Sprache- und Leseentwicklung ihrer Kinder wahrnehmen und ausführen.» Angesprochen werden damit Eltern und zwei bis fünfjährige Kinder, die zwei- oder mehrsprachig aufwachsen. Sprach- und Kulturvermittler wie Shabani begleiten die Eltern, unterstützen sie und informieren über weitere Angebote im Dorf.

Die Kurse fördern das Lesen und Schreiben, aber auch die motorischen Fähigkeiten werden geschult. «Wichtig ist, dass die Teilnehmenden einen Wiedererkennungseffekt erleben und die Geschichten und Übungen zu Hause nacherzählen können», sagt Besa Shabani und fügt hinzu: «Sprache verbindet verschiedene Kulturen und auch Generationen miteinander.»

Forschung spricht dafür

Die Erstsprachen der Migrationsfamilien haben in der Schweiz einen eher tiefen gesellschaftlichen Wert, und die Förderung von Migrationssprachen ist politisch umstritten. «Gleichzeitig ist heute klar, dass gute Sprachfähigkeiten in der Erstsprache eng mit Deutschfähigkeiten und Schulerfolg zusammenhängen», sagt Ursula Stadlmüller, «deshalb ist es wichtig, Kindern im Vorschulalter positive Lern- und Gemeinschaftserlebnisse in der Familiensprache zu ermöglichen.»

Für Besa Shabani ist der Kurs ein Erfolg, auch wenn er nicht voll ausgelastet ist: «Alle profitieren vom Angebot – insbesondere die Kinder. Die Kurse sind lebendig, kurzweilig und spassig, und man kann sich austauschen, Erfahrungen sammeln und unterhalten.» Für Arbenita Ismaili steht fest: Sie wird weiterhin mit ihrem Sohn Noar zu den Kursen gehen, um die Lese- und Sprachkompetenzen zu erweitern. «Mit altersadäquaten Geschichten, lernen die Kinder automatisch einen spielerischen Umgang mit der Sprache kennen und verinnerlichen wichtige Kompetenzen», sagt Arbenita Ismaili und ergänzt: «Ausserdem können wir innerhalb der Gruppe Kinderbücher in der Muttersprache austauschen.» Gemäss Stadlmüller ist der Zugang zu geeigneter Literatur derart eingeschränkt, dass trotz gutem Willen kaum eine Möglichkeit zur Frühförderung besteht. Hier greife das Projekt, in dem es viele Herausforderungen gleichzeitig anpackt, Brücken zwischen Familie, Schule und Behörden schafft und die Sprache als Bindeglied zwischen Migration und Integration versteht.

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