Inspiriertes Gesangsrecital

THAL. Liebe, Sehnsucht und Schmerz – treffender hätte der Titel des Gesangsrecitals der Brüder Eberle im evangelischen Kirchgemeindehaus nicht lauten können.

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Bereiteten einen wunderbaren Liederabend: Dominik und Notker Eberle beim Encore-Konzert der Musikschule Am Alten Rhein. (Bild: pd)

Bereiteten einen wunderbaren Liederabend: Dominik und Notker Eberle beim Encore-Konzert der Musikschule Am Alten Rhein. (Bild: pd)

Der Pianist Notker Eberle, der eigens aus Italien angereist war, sowie sein Bruder Dominik, Bass, eröffneten das zweite Encore-Konzert der Musikschule Am Alten Rhein mit zwei Werken des wichtigsten romantischen Liedkomponisten Franz Schubert, der mit seinem den Textinhalt plastisch darstellenden Klaviersatz den Sänger hervorragend in Szene setzt.

Schwerpunkt des ersten Teils war der Liederzyklus «Dichterliebe» des grossen deutschen Romantikers Robert Schumann, der 16 Heinrich-Heine-Gedichte vertont hat. Mit grosser Emotionalität und einer differenzierten Gestaltung entstand eine gelungene Wiedergabe der verschiedenen den Gedichten zugrunde liegenden Gemütszustände. Erfreulich war die gute Textverständlichkeit, die Dominik Eberle mit seiner Präferenz für eine klare, deklamatorische Aussprache erreichte.

Nach dem Pausenapéro stand das Konzert dann ganz im Zeichen spanischer und spanisch inspirierter Musik. In Jacques Iberts «Chansons de Don Quichotte» wurde die enge Verbindung französischer und spanischer Musikkultur deutlich. Die beiden Künstler musizierten hier in grosser Übereinstimmung, die sie bis in die letzten Abphrasierungen konsequent durchhielten.

Als äusserst einfühlsamer Begleiter und auch in den solistischen Partien absolut überzeugend präsentierte sich Notker Eberle. Pure Lebensfreude verbreiteten die beiden dann bei Maurice Ravels Zyklus «Don Quichotte à Dulcinée» im Trinklied «Chanson à boire».

Höhepunkt des Konzerts war schliesslich Manuel de Fallas Meisterwerk «Siete Canciones populares Españolas» mit seinem wunderbar farbigen Klaviersatz und dem vom Flamenco inspirierten Gesangspart. Noch einmal zog Dominik Eberle, der bereits an der Carnegie Hall in New York auftrat, mit seiner sonoren Bassstimme, profunder Textausdeutung und grosser dynamischer Ausdruckskraft alle Register seiner Kunst. Mit einer überzeugenden Interpretation trafen die Brüder Eberle vorzüglich das spanische Kolorit und verabschiedeten sich vom begeisterten Konzertpublikum mit der passende Zugabe «Frühlingsnacht» von Robert Schumann. (pd)

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