Sport
Inklusion auf dem Fussballplatz: Der FC Widnau schafft an einem Fussballturnier eine Kategorie für Menschen mit Beeinträchtigung

Am Juniorenturnier des FC Widnau am Samstag gibt es neu eine Kategorie für Menschen mit einer Beeinträchtigung. So möchte der FC Widnau Inklusion leben.

Remo Zollinger
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Voller Vorfreude auf das Fussballturnier (von links): Thomas Dietsche vom FC Widnau, PluSport-Teilnehmerin Nicole Hutter und Nathalie Waser, technische Leiterin von PluSport Rheintal.

Voller Vorfreude auf das Fussballturnier (von links): Thomas Dietsche vom FC Widnau, PluSport-Teilnehmerin Nicole Hutter und Nathalie Waser, technische Leiterin von PluSport Rheintal.

Bild: Remo Zollinger

Um 11 Uhr wird in Widnau das Spiel zwischen Deutschland und Italien angepfiffen, dann folgt das Duell Frankreich gegen Spanien. So heissen die vier Plu­Sport-Teams, die am Samstag am Widnauer Fussballturnier teilnehmen. Sie setzen sich zusammen aus Sportlerinnen und Sportlern mit einer Beeinträchtigung, ebenso dabei sind Spieler aus Widnaus erster und zweiter Mannschaft.

In der Regel organisiert der FCW jeweils zum Saisonabschluss ein grosses Turnier, in dem die A-, B- und C-Junioren um den inoffiziellen Titel des Rheintaler Meisters spielen. 2021 ist das anders, es gibt ein internes Turnier der Kleinsten (G-, F- und E-Junioren von Widnau und Diepoldsau) sowie eben das PluSport-Turnier. «Uns als Verein ist die sportliche Leistung ebenso wichtig wie die gesellschaftliche», sagt Thomas Dietsche, der beim Fussballclub für dieses Turnier zuständig ist. Und weiter:

«Fussball bietet eine hervorragende Plattform, um Inklusion zu leben. Darum haben wir entschieden, in Zusammenarbeit mit PluSport Rheintal dieses Turnier durchzuführen.»

Vorfreude, obwohl Fussball nicht der Lieblingssport ist

Nicole Hutter ist eine der Athletinnen, die sich am Samstag ein Fussballtrikot überstreifen. Sie ist schon sehr lange bei PluSport Rheintal und Mitarbeiterin im «Rhyboot». «Fussball ist eigentlich nicht so mein Sport, aber es wird sicher ein Plausch. Und es ist obendrein noch gut für die Gesundheit», sagt die Kriessnerin. Wichtig ist ihr auch, dass es ein gemeinschaftliches Erlebnis wird: Am Turnier gibt’s nicht nur Sport, sondern auch ein gemeinsames Mittagessen.

Und das Turnier ist ein Schritt zurück in die Normalität. Denn auch PluSport Rheintal war von Corona hart getroffen, wie die technische Leiterin des Vereins, Nathalie Waser, sagt. «Unsere Vereinsaktivität läuft erst seit einem guten Monat wieder richtig. Wir merken: Die Teilnehmer haben viel Freude am Sport, er hat ihnen sehr gefehlt und viele waren frustriert. Da ist es umso schöner, nun auch an diesem Fussballturnier teilnehmen zu dürfen.»

Eine Möglichkeit, um bekannter zu werden

Nathalie Waser und dem Verein ist es wichtig, den Teilnehmern so eine Chance zu geben, unter die Leute zu gehen. «Werden wir zu einem Anlass eingeladen, sind wir sehr gern dabei. Denn unsere Sportlerinnen und Sportler schätzen die Begegnung mit anderen Menschen – und für uns als Verein ist es eine Möglichkeit, in der Region bekannter zu werden und unser Wirken zu zeigen.» Überdies sei es durch Sport möglich, Berührungsängste gegenüber Menschen mit einer Beeinträchtigung zu überwinden.

«Wir freuen uns darum sehr, dass auch die Widnauer Fussballer in den Mannschaften mitmachen.»

Das entspricht Thomas Dietsches Vorstellung eines funktionierenden, verantwortungsbewussten Dorfvereins. «Der FC Widnau feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen. Da ist es schön, in diesem Rahmen erste Erfahrungen miteinander zu sammeln. Wir können uns gut vorstellen, das PluSport-Turnier auch in Zukunft durchzuführen.»