Lüchingen
In Rekordzeit geplantes Fest: Musikanten messen sich in Lüchingen

Rund 300 Musikanten haben sich im Wettspiel der Tambouren, Claironisten und Pfeifer gemessen.

René Jann
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Der Tambourenverein Lüchingen feierte am Samstagabend auch sein 70-jähriges Bestehen. In den Gruppenauftritten der Tambouren war auch das Zusammenspiel ein Bewertungskriterium. Der Wettkampf war ein Fest – eines der ersten seit Monaten.
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Der Tambourenverein Lüchingen feierte am Samstagabend auch sein 70-jähriges Bestehen. In den Gruppenauftritten der Tambouren war auch das Zusammenspiel ein Bewertungskriterium. Der Wettkampf war ein Fest – eines der ersten seit Monaten.
Der Tambourenverein Lüchingen feierte am Samstagabend auch sein 70-jähriges Bestehen. In den Gruppenauftritten der Tambouren war auch das Zusammenspiel ein Bewertungskriterium. Der Wettkampf war ein Fest – eines der ersten seit Monaten.

Der Tambourenverein Lüchingen feierte am Samstagabend auch sein 70-jähriges Bestehen. In den Gruppenauftritten der Tambouren war auch das Zusammenspiel ein Bewertungskriterium. Der Wettkampf war ein Fest – eines der ersten seit Monaten.

Bilder: René Jann

Allein vom Tambourenverein Lüchingen stellten sich am Wochenende 21 Tambouren und sechs Claironisten der Jury. Vier Lüchinger Tambouren-Formationen traten ersatzweise für den Ausfall des Sektionswettkampfs als Kleingruppen auf, drei als Duo im Clairon/Tambour-Wettbewerb.

Von der Musikgesellschaft Kriessern liessen sich neun Tambouren bewerten. Bereits ab den frühen Morgenstunden herrschte am Samstag auf dem Festgelände, am Einspielplatz und in zwölf Lokalen im ganzen Dorf Wettkampfstimmung. Am Abend stand dann die erste Rangverkündigung an.

Einheimische mischten vorne mit

Die Juroren lobten den Ehrgeiz der Veranstalter, bekam so doch vor allem der Nachwuchs die Gelegenheit, seine Fähigkeiten zu messen, die sich als ausgezeichnet herausstellten. Davon zeugten am Samstagabend drei wohlverdiente Kranzresultate. Während im Clairon- und Pfeifer-Wettspiel Rhythmik, Tonkultur, Lautstärke und der Gesamteindruck benotet wurden, zählte bei den Tambouren Technik, Rhythmik und Dynamik sowie im Gruppenauftritt das präzise Zusammenspiel.

Am Samstagabend standen dann die ersten Kranzgewinner fest, wobei die Einheimischen an der Spitze recht gut mithalten konnten und so das angestrebte Ziel erreichten. Hansruedi Ulmann durfte sich im Clairon- Wettbewerb den Kranz auflegen lassen. Lino Missaggia und Nick German belegten die Ränge zwei und drei. Im Gruppenwettbewerb wurden die Lüchinger Claironisten wie folgt klassiert: «Trio los Muchachos» (1. Rang), «Duo Flexible» (2. Rang) und «Bass Clairon» (3. Rang). Die Gruppe «Die drei?» erreichte bei den GT3 Tambouren den dritten Rang. Im Solo-Duo Tambour/Clairon holten Alexander Tercic und Jürgen Untersee den zweiten, Hansruedi Ulmann und Ingo Gschwend den dritten Rang. Für Platz 5 reichte es für Nick Cermak und Pascal Lenherr. Den wohlverdienten Kranz gab es für die Tambouren Jonas Wüst und Fabian Kobelt. Als Festsieger mit dem Spitzenresultat von 78,8 Punkten durfte sich Marcel Loosli von den Tambouren Mübliswil-Ramiswil feiern lassen.

Am Sonntag stellten dann die Jungtambouren ihr Können unter Beweis. Pascal Heierli von der Musikgesellschaft Kriessern erlangte in der Kategorie T3J den achten Schlussrang. In der Sektionenwertung der Kategorie F2J gab es für den Tambourenverein Lüchingen den achten Rang.

Auch die abgespeckte Version findet Anklang

Bereits der Vorabend zum Jubiläumsfest war ein gelungener Anlass, der coronakonform im auf alle Seiten geöffneten Festzelt als Böhmisch-Treff stattfand. OK-Präsident Ernst Schönauer hiess dazu die Sponsoren und Freunde der Blasmusik aus der Region willkommen und bedauerte, dass anstelle eines rauschenden Festes spontan nur eine abgespeckte Version möglich war. Das zahlreiche Publikum verdankte die Darbietungen der Rheintal-Musikanten unter der Leitung von Richard Seitz, der Räbschter Dorfspatzen unter der Leitung von André Breitenmoser und der Jungen Stadtmusikanten aus Altstätten, geleitet von Markus Eugster, mit grossem Applaus. Schon bald wurde stehend mitgeklatscht.

Ernst Schönauer erklärte in seinem Schlusswort zu Recht: «Diese Musik hat einem so richtig gut getan.» Man spürte aber auch das grosse Engagement der Musizierenden, die nach so langer Zeit endlich wieder eine Gelegenheit zu einem Auftritt bekommen haben. Dafür bedankten sie sich bei den Lüchinger Tambouren und deren Publikum mit vielen Zugaben.

Im Mittelpunkt der 24. Ostschweizer Tambouren-, Clairon- und Pfeifer-Wettspiele fand im wohl eher bescheidenen Rahmen der Festakt zum 70-jährigen Bestehen des Lüchinger Tambourenvereins statt. OK- Präsident Ernst Schönauer würdigte die Leistung des Organisationskomitees, das in nur drei Wochen ein Fest auf die Beine gestellt hatte, das man vor allem dem Nachwuchs schuldig gewesen sei. Der Lohn für den Aufwand seien all die strahlenden Gesichter. Der Präsident des Ostschweizerischen Tambouren-Verbandes doppelte nach: «Die Durchführung war einmalig und grandios.» Kevin Oeler führte als gewiefter Conferencier durchs Programm, in dem Enrico Lenzin mit seiner Show als Rhythmiker und Tonkünstler Akzente setzte.

70 Jahre Vereinsgeschichte im Schnelldurchlauf

Schliesslich marschierten die Lüchinger Tambouren ins Festzelt ein und demonstrierten auf der Bühne 70 Jahre Lüchinger Tambourenverein, dessen Geschichte 1951 mit zwölf Trommlern begonnen hatte.

1971 kam die Claironsektion hinzu, heute geleitet von Diego Benz. Unter der Leitung von Jonas Wüst überzeugte die Tambouren- und Claironformation mit verschiedenen Einlagen, die bis zu den Darbietungen der 2001 gegründeten Perkussionisten führte und die stete Weiterentwicklung des Trommelspiels der Lüchinger aufzeigte, die sich seit vergangenem Jahr über ein eigenes Probelokal freuen dürfen. Die vergangenen 70 Jahre seien gekrönt von etlichen Schweizer und Ostschweizer Meistertiteln, wusste Kevin Oeler dem Publikum zu berichten.