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In Lienz lernt man das Miteinander

In einer kleinen Schule mit nur 39 Schülern über acht Klassenjahrgänge ist etwas anderes als altersdurchmischtes Lernen gar nicht möglich. Am Mittwoch machten sich Lehrer aus den Schulhäusern der Umgebung ein Bild davon.
Max Tinner

LIENZ. In einer kleinen Schule läuft vieles anders als in einer grossen. Augenfällig wird das in Lienz. 39 Kinder gehen hier zur Schule, vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse; das jüngste Kind ist vier Jahre alt, das älteste 13. Jahrgangsreine Klassen sind hier bei den Klassengrössen, wie sie der Kanton vorschreibt, gar nicht möglich. Stattdessen bilden die Kindergärtler, Erst- und Zweitklässler eine gemeinsame Klasse und die Dritt- bis Sechstklässler eine zweite. Die Abgrenzung ist dabei flexibel. So können in Jahren mit wenig Jüngeren die Drittklässler auch diesen zugeteilt werden, erklärt Schulleiterin Ursula Bardorf.

Von andern Kindern lernen

Dass im selben Schulzimmer Kinder mehrerer Klassen sitzen, ist beileibe nichts Neues. Viele ältere Rheintalerinnen und Rheintaler kennen es noch aus ihrer eigenen Kindheit. Selbst früher wurde dabei aber weniger praktiziert, was in Lienz heute selbstverständlich ist, dass nämlich die Jüngeren manches gemeinsam mit – und von – den Älteren lernen und umgekehrt.

Dieses Konzept des altersdurchmischten Lernens ist modern, aber nicht unumstritten. Viele Lehrerinnen und Lehrer seien skeptisch, weil sie einen wesentlich grösseren Aufwand fürchteten, weiss Ursula Bardorf. Den Regionalkonvent der Lehrkräfte aus dem Einzugsgebiet der Oberstufenschulgemeinde Oberriet-Rüthi diesen Mittwoch in Lienz nutzten sie und ihr Team als Gastgeber nun, um ihren Kolleginnen und Kollegen die Vorzüge dieses Systems nahezubringen.

Reifer als Gleichaltrige anderswo

Das altersdurchmischte Lernen verlange einen grossen Arbeitseinsatz, gesteht die Lienzer Schulleiterin ein, er lohne sich aber: «Weil unsere Kinder voneinander lernen, sind sie sehr selbständig und reifer als Gleichaltrige andernorts.» Dies nicht zuletzt, weil die Grösseren lernten, auf die Kleineren zu schauen. Beispielsweise im Turnen während eines Parcours im Wald, wenn eine solche Gruppe aus Jüngeren und Älteren umso schneller ins Ziel gelangt, je mehr die Grösseren den Kleineren helfen.

Viel Respekt füreinander

Weil in einer kleinen Schule wie der in Lienz der Platz knapp ist, teilen ihn sich alle. Das zeigt sich schon im Foyer, das in Lienz mit den hier platzierten Spielgeräten aussieht wie anderswo ein Kindergartenzimmer. Die Kinder wachsen so in ein respektvolles Miteinander hinein.

Das gelte im Übrigen auch für die Erwachsenen an der Schule Lienz, betont Ursula Bardorf: «Unsere Schule funktioniert nur, wenn alle zusammenspannen: von der Schulleiterin bis zum Hauswart.» Auch dem Schulrat sei das Miteinander wichtig. Die Schulräte seien hier in der Regel sogar während der Weiterbildungen des Teams dabei, erklärt Ursula Bardorf. Erfreulicherweise seien in Lienz wegen der Kleinheit der Schulgemeinde (nachdem sich andere Kleinschulgemeinden grösseren angeschlossen haben, ist Lienz heute die kleinste im Kanton) auch die Eltern näher am Schulleben dran als anderswo. Die Schule macht einen Grossteil des Dorflebens aus. «Und unsere Eltern unterstützen die Schule und helfen uns gerne», sagt die Schulleiterin von Lienz.

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