In den USA sind noch vor Jahresende Sonderdividenden zu erwarten

In den USA haben in den letzten Wochen erste Unternehmen einmalige Sonderdividenden in Aussicht gestellt. Bis Ende Jahr dürften weitere solche Ankündigungen folgen, fallen ab dem kommenden Jahr doch Steuererleichterungen weg. Dadurch steigt die Besteuerung von Dividenden auf bis zu 39 Prozent.

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In den USA haben in den letzten Wochen erste Unternehmen einmalige Sonderdividenden in Aussicht gestellt. Bis Ende Jahr dürften weitere solche Ankündigungen folgen, fallen ab dem kommenden Jahr doch Steuererleichterungen weg. Dadurch steigt die Besteuerung von Dividenden auf bis zu 39 Prozent. Auch in der Schweiz sitzen viele Unternehmen auf hohen Barmitteln.

Schon seit Wochen tobt in den USA ein Streit um den Staatshaushalt. Ohne eine Einigung zwischen der Regierung und der republikanischen Opposition werden bei Erreichen der Schuldenobergrenze eine Haushaltsperre sowie Steuererhöhungen einsetzen. Gerade bei der Verlängerung der Ende Jahr auslaufenden Steuererleichterungen scheinen die Lager festgefahren. Aus heutiger Sicht dürfte eine unter Präsident George W. Bush 2003 eingeführte Steuervergünstigung auf Dividenden nicht verlängert werden. Ab Anfang nächsten Jahres werden Dividenden deshalb wohl nicht mehr mit bis zu 15 Prozent, sondern mit bis zu 39 Prozent versteuert. Im Hinblick auf die auslaufende Vergünstigung haben in den vergangenen Monaten mehrere grosse US-Unternehmen eine Sonderdividende beschlossen.

Es ist davon auszugehen, dass über die kommenden Wochen weitere Firmen solche Ausschüttungen bekanntgeben. Denn unter Ausklammerung von Banken und Versicherungen halten amerikanische Unternehmen aktuellsten Schätzungen zufolge nicht weniger als 1300 Milliarden Dollar an Barmitteln. Aufgrund der historisch tiefen Zinsen werfen diese liquiden Mittel kaum Erträge ab. Darüber hinaus ist der Appetit auf Firmenübernahmen oder Investitionen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wegen bei vielen Unternehmen bescheiden.

Damit gewinnt die Rückführung von Teilen dieser Mittel über Sonderdividenden an die Aktionäre auch unter Ausklammerung steuerlicher Aspekte an Bedeutung. Über die höchsten Barmittel und Sichtguthaben verfügen in den USA vor allem Firmen aus dem Gesundheits-, dem Versicherungs- und dem Technologie- sowie dem Telekommunikationssektor.

Schweizer Unternehmen verfügen ebenfalls über einen gewaltigen Barmittelbestand. Sonderdividenden sind deshalb auch hier ein Thema. Kandidaten gibt es mit Helvetia und Swiss Re vor allem im Versicherungssektor. Doch auch Richemont, Schindler, Sonova und Swatch Group verfügen über den nötigen finanziellen Spielraum für Sonderdividenden. Bei der UBS sollte hingegen mit der geplanten Redimensionierung des Investmentbankings Eigenkapital freigesetzt werden.

Das von tiefen Zinsen geprägte Umfeld macht die Aktien von Unternehmen mit der Aussicht auf eine Sonderdividende besonders interessant. Anlegerinnen und Anleger sollten dieses Thema allerdings auf zahlreiche Aktien verteilt umsetzen. (pd)

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