In den Sportanlage-Ruhestand

Während 43 Jahren hat sich Bruno Bösch mit viel Herzblut für die Sportanlage Rheinblick in Rüthi eingesetzt. Zuletzt war er als Haus- und Platzwart tätig. Nun beendet er sein jahrzehntelanges Engagement.

Ralph Dietsche
Drucken

RÜTHI. Die Sportanlage Rheinblick kennt Bruno Bösch wie seine eigene Hosentasche. Während 43 Jahren verbrachte der 68-jährige Rüthner fast jede freie Minute hier. Bereits 1972 und 1973 engagierte er sich beim Bau des Clubhauses und leistete unzählige Frondienststunden. Zu dieser Aufgabe kam er durch den Turnverein. «Als Oberturner wurde ich in die Baukommission gewählt; ich nahm das Clubhaus-Projekt nach zwei Jahren Stillstand mit frischem Elan in Angriff», erinnert sich der ehemalige Maurer. Rechtzeitig auf das Verbandsturnfest von 1974 konnten die Räume und das zweite Spielfeld samt Leichtathletikanlage fertiggestellt werden. «Wäre das Turnfest nicht gewesen, hätten die Bauarbeiten wohl viel länger gedauert», ist Bösch überzeugt. Die geplante Veranstaltung übte damals einen gesunden Zeitdruck auf die freiwilligen Helfer aus.

Jahrelanges Engagement

Mit der Fertigstellung des Clubhauses war die Arbeit von Bruno Bösch noch lange nicht getan. In den folgenden Jahren war er für weitere Ausbauten wie die Umzäunung, Beleuchtung und den Kanalisationsanschluss verantwortlich. In den Jahren 1990 bis 1992 setzte er zudem die Aufstockung des Gebäudes als Bauleiter mit den Fronarbeitern um: «Die meisten Projekte entstanden in geselligen Runden mit Hans Büchel in der Clubwirtschaft. Hans musste die Finanzierung sicherstellen, und ich habe die Ideen verwirklicht.» Unterstützt wurde Bruno Bösch dabei auch von seiner Gattin: «Meine Frau hat dazumal die Verpflegung des Bauteams übernommen.»

Alle Hände voll zu tun

Dies hat sie so gut gemacht, dass sie danach während über neun Jahren die Clubwirtschaft auf der Sportanlage Rheinblick führte. Auch Bruno Bösch übernahm in dieser Zeit die zusätzliche Aufgabe des Hauswartes und zwei Jahre später sogar noch die Funktion des Platzwartes. «Es gab immer etwas zu tun: der Bau des dritten Fussballfeldes, der Anbau für die WC-Anlage, der Bau des Fest- und Parkplatzes …», zählt Bösch auf. Letzterer entstand wieder auf Druck eines Turnfestes. An dieses erinnert sich der engagierte Rüthner gerne: «Das Turnfest 2010 war mein eigentlicher Höhepunkt.» Während drei Wochen stand er bis zu 14 Stunden am Tag als Bauchef auf der Sportanlage im Einsatz. Wie er all die Aufgaben neben Job und Familie unter einen Hut gebracht hat, weiss er nicht mehr: «Meine Söhne haben oft geholfen. Die ganze Familie verbrachte viel Zeit auf der Sportanlage, und ich war oft nach Feierabend hier anzutreffen.»

Schöne Erinnerungen bleiben

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt Bruno Bösch auf die Ära «Rheinblick» zurück: «Anfangs war es nicht einfach, als Turner von den Fussballern akzeptiert zu werden. Über die Jahre hinweg wurde das Verhältnis besser.» Als pflichtbewusster Hauswart ist Bruno Bösch aber auch aufgefallen, dass sich in jüngster Zeit die Trainer und Leiter nicht mehr für alles verantwortlich fühlen: «Jeder konzentriert sich auf seinen Bereich. Ob etwa das Licht im Clubhaus gelöscht ist, interessiert heute niemanden mehr.»

Zeit, kürzer zu treten

Auch wenn der Hauswart durch die gesunkene Disziplin öfter Kontrollgänge machen musste, wurde es Bruno Bösch nie zu viel: «Ich habe mich über all die Jahre mit viel Herzblut für die Sportanlage eingesetzt.» Jetzt sei es aber an der Zeit, kürzer zu treten und sozusagen «sein Kind» loszulassen. Nach 43 Jahren engagiertem Einsatz will Bruno Bösch künftig mehr Zeit für seine Enkel haben: «Mit ihnen und meiner Frau möchte ich Ausflüge unternehmen.»

Den uneigennützigen Einsatz zugunsten der Allgemeinheit kann Bruno Bösch aber doch nicht ganz lassen. «Beim Turnfest in Gams, den Kreismusiktagen in Rüthi und an der Schweizer Meisterschaft in Widnau dürfen die Organisatoren auf meine Hilfe zählen», sagt er. Und auch bei der Freilichtbühne in Rüthi werde er nächstes Jahr wieder im Bauteam im Einsatz stehen. Bruno Bösch wird es also trotz der Aufgabe seiner jahrzehntelangen Tätigkeit nicht so rasch langweilig.