Immer wieder schikaniert

THAL. Die Schule Thal schloss 2013 fünf Schüler wegen Prügeleien vom Lager aus. Die Eltern wehrten sich dagegen. Das Verwaltungsgericht hat die Beschwerde nun abgewiesen.

Andri Rostetter
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Am Anfang stand ein Nacktfoto: Im Mai 2013 hatte ein Fünftklässler in Thal ausserhalb der Schule ein Foto von einem männlichen Geschlechtsteil über Skype einem Klassenkameraden geschickt. Wer der Urheber des Fotos war und wer wem das Bild zuerst geschickt hatte, ist unklar. Fakt ist aber, dass es einen Streit auslöste.

Auf dem Pausenplatz eskalierte die Situation: Fünf Schüler standen einem einzelnen gegenüber; sie schlugen und bespuckten ihn. Der Vorfall wiederholte sich an mehreren Tagen, immer mit der gleichen Konstellation. Ende Mai reagierte die Schule und schloss die fünf Schüler vom bevorstehenden Klassenlager aus. Die Eltern akzeptierten den Ausschluss nicht und zogen den Fall vor den Erziehungsrat.

Konsequenzen angedroht

Der Schulrat rechtfertigte sich: Es habe bereits früher ähnliche Vorfälle gegeben, in der gleichen Klasse, mit fast den gleichen Beteiligten. Die Schule habe die Schüler und Eltern damals darauf aufmerksam gemacht, dass sie mit Konsequenzen rechnen müssten, sollte sich der Vorfall wiederholen.

Im Februar 2014 – das Klassenlager hatte längst ohne die Schüler stattgefunden – wies der Erziehungsrat den Rekurs ab. Die Begründung: Für die ungestörte Durchführung des Lagers sei ein Ausschluss nach einem solchen Vorfall verhältnismässig. Dagegen reichten die Eltern erneut Beschwerde ein, diesmal beim Verwaltungsgericht des Kantons. Sie forderten die Aufhebung des Rekursentscheids und eine finanzielle Entschädigung.

Aggression hatte System

Das Verwaltungsgericht hat die Beschwerde nun ebenfalls abgewiesen. Es stehe fest, dass die fünf Schüler nicht zum ersten Mal auf ihren Mitschüler losgegangen seien. Vielmehr habe die Gruppe immer wieder verschiedene Kinder schikaniert. Erschwerend komme hinzu, dass dieses Verhalten «mit einer gewissen Systematik an den Tag gelegt wurde und dass sich die Aggression einer ganzen Gruppe jeweils gegen einzelne andere Schüler richtete». Der Lagerausschluss sei deshalb verhältnismässig gewesen. Dies gelte umso mehr, weil bereits frühere Interventionen der Schulsozialarbeiterin die Schüler nicht zur Einsicht gebracht haben.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Dagegen kann Beschwerde vor Bundesgericht erhoben werden.

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