Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Im Wald atmet man viel ringer»

Walter Büchel schätzt die reine, frische Waldluft sehr. Sich zu bewegen, falle einem hier viel leichter. Die Ruhe im Wald stärkt auch seine Bewunderung für die Natur.
Max Tinner
«Die Waldluft ist schon etwas Besonderes.» Walter Büchel geniesst seine Spaziergänge im Rüthner Wald. (Bild: Bilder: Max Tinner)

«Die Waldluft ist schon etwas Besonderes.» Walter Büchel geniesst seine Spaziergänge im Rüthner Wald. (Bild: Bilder: Max Tinner)

Der Zeitpunkt nach dem Mittag für den Spaziergang mit Walter Büchel im Wald ist sowohl gut als auch schlecht gewählt. Schlecht, weil um diese Tageszeit kaum ein Tierli im Wald zu sehen ist. Gut, weil es in der sommerlichen Hitze nirgends angenehmer ist, als im Schatten der Waldbäume.

«Ich gehe gerne in den Wald», sagt Büchel, «er tut mir gut.» Besonders schätzt er die reine, frische Waldluft. Über die Luftqualität könne man sich zwar im ländlich gelegenen Rüthi nicht beklagen. Aber die Waldluft, die sei schon etwas Besonderes, meint er: «Man atmet hier viel ringer.» Mit seinen 74 Jahren merke er schon, dass er kein junges Rehlein mehr sei. Im Wald tue man sich aber dank der frischen Luft viel leichter – und diese Bewegung tue einem gut.

Dabei hat Walter Büchel während all der Jahre, in denen er Pöstler in Rüthi war, wirklich nicht an Bewegungsarmut gelitten. Heute, als Pensionär, engagiert er sich unter anderem im Verein «Natur z’Rüthi», dem örtlichen Naturschutzverein. Klar, hätte er einem da gerne gezeigt, wie vielfältig Fauna und Flora im Rüthner Wald sind. Weil sich gerade kaum Tiere zeigen, macht er halt vor allem auf besondere Pflanzen aufmerksam. Und geniesst auch einmal ein paar Minuten die herrliche Ruhe.

Die Natur ist wie ein komplexes Räderwerk

Solche Momente ohne Worte stimmen Walter Büchel nachdenklich. Auch wenn man grad kaum Tierli höre – da seien sie durchaus, meint er: «Wahrscheinlich werden wir jetzt grad von vielen Augen beobachtet.» Es sei schon faszinierend, wie die Pflanzen und Tiere gebaut seien, wie in der Natur alles ineinandergreife, wie alles und jedes seinen Sinn habe, sinniert Büchel. «Die Natur ist wie ein grosses, komplexes Räderwerk – und nimmt man auch nur ein kleines Rädli heraus, beginnt es zu holpern.»

Mit «man» meint er den Menschen, der für die Natur eben schon der bedeutendste aller Schädlinge sei. Darum sei es so wichtig, Kindern die Natur zu erklären. Sie seien glücklicherweise leicht zu begeistern, gerade für die Natur. Bedauerlicherweise verlören viele später, als Jugendliche, das Interesse wieder, bedauert er. Heutzutage böten sich ihnen halt so viele andere Freizeitbeschäftigungen. Walter Büchel wäre glücklich, fänden sich einige jüngere Mitglieder für seinen Verein. «Wir sind einer dieser so genannten überalterten Vereine», erklärt er.

Der Verein heisst erst seit letztem Winter «Natur z’Rüthi». Viele kennen ihn noch als Ornithologischen Verein. Nun sind – gerade im Rheintal – viele Ornithologischen Vereine nicht in erster Linie Vereinigungen der Vogelkundler, wie man aus dem Namen herleiten könnte, sondern der Geflügel- und Kaninchenzüchter. Die Wurzeln des Rüthner Vereins mögen zwar dieselben gewesen sein, heute ist er aber ein Naturschutzverein – und dem wird der neue Vereinsname besser gerecht.

Hauptaufgabe der «Natur z’ Rüthi» ist die Pflege des Naturschutzgebiets Chatzer in der Nähe des Hundesport-Geländes, gleich unter dem Lienzer Stich. Dafür bekommt der Verein ­GAöL-Beiträge, dank denen er ohne Mitgliederbeiträge auskommt. Dann ist der Verein für das Aufstellen des Amphibienzauns um den Kiessammler hinterm «Rüthihof» verantwortlich. Auch bei der Bekämpfung von Neophyten und ähnlichen der Natur dienlichen Arbeiten helfen die Aktivmitglieder. Und nicht zuletzt unterhält die «Natur z’Rüthi» 170 Vogelnistkästen; hauptsächlich im Wald und den Waldrändern entlang.

Einen davon öffnet Büchel zum Abschluss des Spaziergangs – und macht dabei eine überraschende Entdeckung. Der Nistkasten ist besetzt, aber nicht von einem Vogelpaar, sondern von einem Siebenschläfer, der sich hier seine Schlafstätte eingerichtet hat.

Hinweis

«Wald und Gesundheit» ist das diesjährige Jahresmotto des St. Galler Forstdienstes. In dieser kleinen Sommerserie erzählen einige Rheintaler während eines Waldspaziergangs, in welcher Weise ihnen der Wald gut tut.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.