Im Riet knapp an Unfall vorbei

Über 200 Personen besuchten am Samstagnachmittag das Schweizer Riet, das seit 1593 im Besitz der Ortsgemeinde ist. Als die Pferde eines Gespanns scheuten, entgingen die Passagiere nur mit Glück einem Unfall.

Maya Seiler
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AU. In regelmässigen Abständen lädt die Ortsgemeinde die Bevölkerung von Au und Heerbrugg zu einem Ausflug ins Auer Riet, einer Exklave auf Lustenauer Boden. Trotz ungünstiger Wetterprognose nahm eine grosse Schar Velofahrer an der Rietbegehung teil. Wer dem Wetter nicht traute oder nicht mehr so gut zu Fuss war, wurde per Car ins Schweizer Riet chauffiert. Treffpunkt war die Riet-Scheune mit einem Festzelt, wo die Teilnehmer zum gemütlichen Zusammensein eingeladen wurden. Die Männerriege sorgte für Getränke und Würste, Alleinunterhalter Dani für die musikalische Begleitung.

Infos an vier Posten

Per Velo oder im Pferdefuhrwerk begab man sich dann auf eine Exkursion durch die Rietlandschaft von internationaler Bedeutung. An vier Posten informierten Fachleute über die Pflege der extensiv genutzten Flächen, des Waldes und der Tierwelt.

Pferdebein über Deichsel

Zur Rundfahrt standen zwei Planwagen zur Verfügung, die von prächtigen Kaltblütern gezogen wurden. Die Pferde des einen Gespanns reagierten – vielleicht weil sie immer wieder stehen bleiben mussten, aber auch, weil Bremsen und Mücken sie plagten – nicht so kaltblütig, wie es ihrem Naturell entsprochen hätte. Vor allem Othello, ein Freiberger Brauner, scheute immer wieder und musste von den beiden Gespannführern beruhigt werden. Als die Passagiere nach dem zweiten Posten, der über die Geschichte der Rietwälder informierte, wieder in den Wagen gestiegen waren, begann Othello zu steigen und rückwärts zu drängen.

Das Pferd geriet dabei mit einem Bein über die Deichsel. Darauf verlor es vollends die Nerven und brannte durch, die besonnenere Noriker Stute Lolita mitreissend.

Es blieb beim Schrecken

Das Gespann kam vom Weg ab, die Pferde gerieten in den Wald, wo der Wagen zum Glück sofort von den Büschen gebremst wurde. Die mitfahrenden Teilnehmer, darunter auch zwei Kinder, konnten unversehrt aus dem Gefährt steigen.

Auch Tiere unverletzt

Die Rosse mussten im Wald ausgeschirrt und auf den Weg zurückgeführt werden. Mit Hilfe einiger starker Männer wurde der Wagen aus dem Unterholz befreit.

Sodann konnten die Pferde wieder eingespannt werden. Auch die Tiere hatten sich zum Glück nicht verletzt und konnten mit dem leeren Gespann die Rückfahrt antreten.

Die Passagiere zogen es vor, zu Fuss zum Festzelt zurückzukehren.