Im «Madlen» proben junge Äpfel

Im Kino-Theater Madlen übt zurzeit die Theatergruppe der Kantonsschule Heerbrugg (KSH). Ende April will sie mit einer Aufführung zum Thema Jugend ihr schauspielerisches Können unter Beweis stellen.

Franziska Wettstein
Drucken
Teilen
Schauspieler der Theatergruppe KSH bei der Probe einer Szene aus Marieluise Fleissers «Die Pioniere in Ingolstadt». (Bild: Franziska Wettstein)

Schauspieler der Theatergruppe KSH bei der Probe einer Szene aus Marieluise Fleissers «Die Pioniere in Ingolstadt». (Bild: Franziska Wettstein)

Heerbrugg. Schon lange haben bei der Theatergruppe der Kantonsschule Heerbrugg nicht mehr so viele Schauspieler mitgemacht wie dieses Jahr. Was ihnen diesmal fehlt, ist die Aula, in der in der Vergangenheit Proben und Vorführungen stattgefunden haben. Weil sich die Kantonsschule gerade im Umbau befindet, musste ein neuer Aufführungsort gefunden werden. Das Kino-Theater Madlen in Heerbrugg hat sich dafür als bestens geeignet erwiesen.

Mehr Arbeit

Dass die Proben neben dem normalen Kinobetrieb stattfinden – was mit einem häufigen Wechsel zwischen Kino- und Theater-Hintergrund verbunden ist –, macht die Organisation schwieriger für Theo Scherrer und Milena Todic, die gemeinsam Regie führen. Denn Lautsprecher braucht es auf einer Theaterbühne nicht, und umgekehrt kann man auch keine Requisiten vor der Kinoleinwand stehen lassen. «Da kann es dann schon einmal recht chaotisch zu- und hergehen», sagt Schauspielerin Alexandra Zoller lachend.

Für die Schauspieler sind die Proben im Kino-Theater Madlen eine besondere Erfahrung. «Die Atmosphäre in einem richtigen Theater ist ganz anders», erklären Tabea Schories und Alexandra Stieger, «und viele haben grosse Fortschritte gemacht, als wir hier zu Proben begannen.» Die jungen Schauspieler sind sich einig: Der Effekt, den die Bühne auf die Darstellung hat, ist nicht zu unterschätzen. Dass das «Madlen» einen Balkon hat, macht das Ganze noch spezieller.

Von Wedekind bis Sibylle Berg

Da die Gruppe mit 22 Schülern relativ gross ist, war schnell klar, dass dieses Mal kein ganzes Stück, sondern eine Reihe von Szenen vorgeführt werden sollte.

Aus den Werken verschiedener Dramatiker (Frank Wedekinds «Frühlings Erwachen», oder Marieluise Fleissers «Die Pioniere in Ingolstadt») wurden Szenen ausgewählt, die von Liebe, Selbstmord oder futuristischen Familienproblemen handeln. So ist ein bunt gemischtes Programm entstanden, dass sowohl Tragik als auch Humor thematisiert.

Die Premiere der abwechslungsreichen Zusammenstellung unter dem Titel «Apfelgeneration – denn wir fallen nicht weit vom Stamm!» findet am Mittwoch, 27. April, um 20 Uhr im Kino-Theater Madlen in Heerbrugg statt. Der Eintritt zu der Vorführung ist auch dieses Jahr frei, es wird eine Kollekte erhoben.