Im Einsatz für Notleidende

Mit Enthusiasmus, Mut und Vertrauen verliess Aurelia Leitner aus Widnau vor über zehn Jahren die Schweiz. Ihr Ziel war und ist es, Einsätze zugunsten Ärmster in Kenia zu leisten. Einmal mehr sieht sie sich mit riesiger Not konfrontiert.

Rösli Zeller
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Aurelia Leitner mit «ihrem» vom Aids-Virus infizierten Fredy hofft auf Unterstützung aus dem Rheintal. (Bild: Archiv/rz)

Aurelia Leitner mit «ihrem» vom Aids-Virus infizierten Fredy hofft auf Unterstützung aus dem Rheintal. (Bild: Archiv/rz)

Ukunda/Widnau. Eine schöne Wohnung und ein sicheres Einkommen als Verkäuferin bei der Migros in Widnau – dies war das Leben von Aurelia Leitner. Ferien in Kenia veränderten ihr Leben. Dort sah sie die Schönheiten der Natur, die aufgeschlossenen, lachenden Menschen. Zugleich wurde sie mit der riesigen Armut konfrontiert. Eines Tages liess sie der Entschluss, sich voll und ganz für die Menschen in Ukunda einzusetzen, nicht mehr los. Sie gab alles auf und verliess die Schweiz Richtung Kenia.

Den Kontakt zur Familie, zu Freunden und Bekannten gab sie aber nicht auf, und so fand sie bei Ferienaufenthalten immer ein Zuhause.

Vieles aufgebaut

Kürzlich traf ein Brief ein, in dem sie ihrer Enttäuschung und Verzweiflung, verbunden mit dem grossen Wunsch nach Hilfe, Ausdruck gibt. Im Brief, datiert vom 12. September, schreibt sie: «Habe alles gegeben und alles verloren. Zurzeit bin ich so verzweifelt, sehe keinen Ausweg mehr.

» Ja, Aurelia Leitner hat all ihr Gut in das Projekt «Dörfler helfen Dörflern» gesteckt. Freunde, Bekannte und Unbekannte haben in all den Jahren das Projekt unterstützt. Vieles konnte aufgebaut, zu einem besseren Leben geführt werden. Erinnert sei an die verschiedenen Dorfbrunnen, an das «Migros-Lädeli», wo die Bevölkerung zu sehr günstigen Preisen einkaufen kann.

Es wurde aber auch Unterstützung an sehr arme Familien geleistet, damit die Kinder die Schule besuchen konnten und können. Medikamente wurden gratis oder ganz günstig abgegeben. Patenschaften für weit über 100 Kinder wurden dank der Hilfe aus der Schweiz ermöglicht. Vieles lief nach Plan von Aurelia Leitner, manches scheiterte. Doch sie liess sich nicht so rasch unterkriegen. Zurzeit scheinen ih- re Kräfte, der Verzweiflung nahe, erschöpft zu sein.

Wartet auf die Adoption

Dass Aids in Kenia allgegenwärtig ist und riesiges Leid verursacht, schrieb sie immer wieder. Vor Jahren nahm sie ein Waisenkind (zwei Wochen nach der Geburt), das von der Mutter mit dem Aids-Virus infiziert ist, bei sich auf. Seit vier Jahren bemüht sie sich, Fredy zu adoptieren. Doch die Mühlen der Justiz laufen dort langsam.

Die Adoption lässt seit vier Jahren auf sich warten, und ohne die entsprechenden Papiere darf sie mit dem Kind das Land nicht verlassen. Sie wolle weiterhin für den inzwischen achtjährigen Fredy Verantwortung und das Sorgerecht übernehmen. «Beim Zurücklassen des Kleinen hätte er keine Chance zum Überleben. Wer nimmt sich schon eines solchen Kindes an?», fragt verzweifelt Aurelia Leitner. Sie selber möchte in Kenia bleiben, weiterhin dort wirken, aber die finanziellen Mittel fehlen.

Sie bittet inständig um Hilfe – vor allem für von Aids Betroffene und Waisenkinder.

Wer mit Aurelia Leitner Kontakt aufnehmen möchte, kann dies unter: Aurelia Leitner, P.O. Box 1006, 80400 Ukunda, Kenya.