Illkraftwerk geht im August ans Netz

FELDKIRCH. Gegenwärtig verschwinden Hunderte Kubikmeter Beton in der Schalung des Krafthauses am Illspitz. Im August wird die Anlage elektrischen Strom für 6000 Haushalte liefern – ursprünglich hätte sie schon im Mai in Betrieb genommen werden sollen.

Gernot Grabher
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Das Krafthaus wird niedrig gehalten, um nicht an einen unförmigen «Klotz» in der Rhein-Landschaft zu erinnern. (Bild: Gernot Grabher)

Das Krafthaus wird niedrig gehalten, um nicht an einen unförmigen «Klotz» in der Rhein-Landschaft zu erinnern. (Bild: Gernot Grabher)

Eigentlich hatten die Feldkircher Stadtwerke geplant, bereits im Mai 2014 die Regelleistung von sechs Megawatt ins Netz einspeisen zu können. Die beschäftigten Baufirmen haben auch im Augst 2012 mit den Erdarbeiten und dem Einschlagen von Spundwänden termingemäss begonnen. Doch im Oktober des Jahres kam alles anders.

Die Ill setzte sich mit einem gewaltigen Hochwasser gegen die vorgesehene Zwangsjacke zur Wehr und riss das meiste des bis dahin von Menschenhand geschaffenen Werks in den grauen Fluten mit sich.

Probebetrieb im April

Sogar der Bauplatz, auf dem das Krafthaus entstehen sollte, wurde von den Fluten beschädigt. Von den eingeschlagenen Spundwänden standen nur noch überspülte Reste. Aufgegeben haben die Bauleute aber nicht, wie heute das Bild am Illspitz zeigt. Das wegen der Auftriebsgefahr bei Hochwasser besonders tief gehaltene Gebäude, in dem mit Turbinen und Generatoren das Herzstück des Kraftwerkes untergebracht wird, verschlingt gegenwärtig grosse Mengen an Beton und ist kurz vor der Fertigstellung. Das Gebäude wurde bewusst niedrig gehalten, um nicht einen unschönen «Klotz» in der Landschaft an der Illmündung in den Rhein entstehen zu lassen.

Die Maschinensätze werden bereits Mitte April geliefert und montiert. Dann kann der Probebetrieb beginnen. Selbst Hochwasser, ausgelöst durch die Schneeschmelze, kann nun am Illspitz keinen Schaden mehr anrichten, die drei Wehre zur Regulierung der Durchflussmenge sind seit Wochen einsatzbereit.

Hochwasserschaden war hoch

Der Schaden, der durch das Hochwasser im Oktober 2012 angerichtet wurde, ist allerdings beträchtlich. «Er ist zwischen 1,8 und 2 Millionen Euro anzusetzen», sagt Manfred Trefalt von den Feldkircher Stadtwerken. Finanziell müssen allerdings weder die Stadt als Bauherrin noch die beschäftigten Unternehmen den entstandenen Schaden schlucken. «Die Mehrkosten sind durch unsere Versicherungen gedeckt», bestätigt Trefalt. Nicht eingerechnet ist dabei allerdings der nicht erreichte Erlös für den Strom, den das Kraftwerk geliefert hätte, wäre es wie ursprünglich geplant rund drei Monate früher ans Netz gegangen. Betrachtet man die Gesamtkosten von 30 Millionen Euro für das Illkraftwerk, ist der Betrag des Wasserschadens nicht mehr ganz so hoch anzusiedeln.

Viel Geld für Fische

Emsig gearbeitet wird am Illspitz noch an den Umweltauflagen. Die Ufersanierung links ist bereits fertiggestellt, rechts der Ill sind noch grössere Erdbewegungen im Gange.

Viel Geld müssen die Stadtwerke in die drei behördlich vorgeschriebenen Fischaufstiege investieren. Rund 500 000 Euro kostet die «kleine Ill», ein 1,7 Kilometer langes Umgehungsgerinne, das durch den rechtsseitigen Auwald gegraben wurde. Es reicht von der Stauwurzel bis unterhalb des Kraftwerkes und wird durch sein geringes Gefälle auch solchen Fischarten den Auf- und Abstieg ermöglichen, die nicht die Kraft einer Forelle besitzen.

Gearbeitet wird nicht nur an den Ein- und Auslaufbauten des Bypasses, sondern auch an den beiden weiteren Fischtreppen. Eine führt als Trogkette wie beim Rheinkraftwerk in Domat/Ems vom Tosbecken und einer vom Turbinenauslauf ins Oberwasser der Ill. Die Fische, vor allem die bedrohte Seeforelle, sollen so Laichplätze bis in den Walgau erreichen können.

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