Dreisprung
Alina Toblers nächstes Ziel heisst Schweizer Rekord

Trotz des Schweizer Meistertitels verpasste die Walzenhauserin Alina Tobler die Limite für die U23-EM in Tallinn. Das entmutigt sie nicht.

Iris Oberle
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Alina Tobler ist auch in diesem Jahr im Dreisprung erfolgreich unterwegs. Ende Juni verteidigte sie an den Schweizer Meisterschaften den Titel souverän.

Alina Tobler ist auch in diesem Jahr im Dreisprung erfolgreich unterwegs. Ende Juni verteidigte sie an den Schweizer Meisterschaften den Titel souverän.

Bild: PD

An den Schweizer Meisterschaften der Aktiven gewann Alina Tobler aus Walzenhausen Ende Juni erneut die Goldmedaille. So verteidigte sie ihren Schweizer Meistertitel im Dreisprung. Einen Wermutstropfen gab es dennoch: Es reichte trotz des Titels nicht für die Limite der U23-Europameisterschaften in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Aber Alina Tobler hat ein weiteres Ziel vor Augen.

Gern wäre sie im Juli nach Estland gereist. Für die Qualifikation hätte sie aber mindestens 13,3 Meter springen müssen, was ihr nicht gelang. Die Walzenhauserin sagt über die Meisterschaften: «Die ersten drei Sprünge entscheiden, ob man im Final dabei ist. Man darf keine ungültigen Sprünge riskieren. Der erste Sprung gelang gut, der zweite noch besser. Im Final habe ich alles riskiert, weil ich die Limite erreichen wollte. Schlussendlich hat’s nicht gereicht. Trotzdem habe ich mich aber riesig gefreut, den Meistertitel zu verteidigen.»

12,91 Meter sprang sie am 11. Juni in Aarau; an den Schweizer Meisterschaften der Aktiven am 25. Juni erreichte sie bereits im zweiten Versuch 12,85 Meter. Angetreten war Alina Tobler als Favoritin, und sie wurde ihrer Rolle gerecht. Mit einem Vorsprung von 60 Zentimetern auf die Zweitplatzierte sicherte sie sich überlegen ihre zweite Goldmedaille in der Elite.

Mit der Konstanz kommen die Erfolge

Die 22-Jährige blickt auf mittlerweile zwölf Jahre Leichtathletikerfahrung zurück. Seit sie nebst dem Dreisprung-, Kraft- und Schwimmtraining auch Yoga macht, fühle sie sich ausgeglichener, ist kaum mehr verletzt. Ihre grosse Stärke ist die Konstanz. So sprang sie dieses Jahr bei allen Wettkämpfen auf sehr hohem Niveau mit.

Dies, obwohl sie wegen der BMS, die sie kürzlich erfolgreich abgeschlossen hat, ein Training pro Woche weglassen musste. «Mit der Konstanz kommen die Erfolge. Da bin ich mir sicher. Ich weiss um meine Stärken und Schwächen und wie ich damit umgehen muss.»

«Das Ziel ist realistisch, ich weiss, dass ich das kann»

Aus dem einst eher scheuen Mädchen ist eine selbstbewusste junge Frau geworden, die klare Ziele vor Augen hat. Eines davon lautet: Sie möchte den aktuellen Schweizer Rekord im Dreisprung der Kategorie U23 knacken. Mit 13,10 Metern führt Manuela Schmid seit 1995 die Bestenliste der U23-Dreispringerinnen an. Alina Toblers Bestmarke liegt bei 13,01 Metern. «Das Ziel ist sehr realistisch. Ich weiss, dass ich das kann», sagt die Walzenhauserin mit einem verschmitzten Lächeln.

Dafür muss sie das harte Training so diszipliniert wie bisher weiterführen. Die Voraussetzungen sind nicht einfach. Im Spätsommer beginnt sie mit der einjährigen Passerelle, die der Berufsmaturandin den Weg an universitäre Hochschulen eröffnet. «Die Schulzeiten überschneiden sich fast immer mit den Trainingszeiten. Es ist natürlich schade, wenn ich nicht mit den anderen zusammen auf dem Platz stehen kann. Aber ich kann problemlos auch alleine trainieren», beschwichtigt sie.

Vor Kurzem hat ihr ein grosszügiger Sponsor ein Auto zur freien Verfügung überlassen. «Ich habe mich riesig darüber gefreut. Nun bin ich total un­abhängig und schnell von der Schule oder von Daheim auf dem Trainingsplatz.»

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