«Ich würde es wieder tun»

ALTSTÄTTEN. Vor 40 Jahren ist René Breu in den Dienst der Stadt Altstätten eingetreten. Seit 30 Jahren leitet er die heutigen Sozialen Dienste Oberes Rheintal SDO. Rund 100 geladene Gäste feierten am Mittwoch René Breu und sein Doppeldienstjubiläum.

Max Tinner
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«Für ihn ist der Hilfesuchende noch Mensch und nicht nur ein Fall.» SDO-Verwaltungsratspräsident Thomas Ammann (rechts) gratuliert dem langjährigen SDO-Leiter René Breu zum Dienstjubiläum. (Bild: Max Tinner)

«Für ihn ist der Hilfesuchende noch Mensch und nicht nur ein Fall.» SDO-Verwaltungsratspräsident Thomas Ammann (rechts) gratuliert dem langjährigen SDO-Leiter René Breu zum Dienstjubiläum. (Bild: Max Tinner)

Arbeitnehmer, die ihr ganzes Berufsleben lang beim selben Arbeitgeber arbeiten, gibt es da und dort. Aber immer seltener. In einem Beruf wie jenem René Breus ist es erst recht nicht selbstverständlich. Am 1. April 1975, also vor 40 Jahren, trat Breu als Verwaltungsangestellter im Gemeindekassieramt in den Dienst der Stadt Altstätten ein. (Eigentlich sind es bereits einige Jahre mehr: René Breu hatte zuvor schon seine Lehre bei der Gemeindeverwaltung Altstätten absolviert.) 1977 wurde er Sekretär der Oberrheintalischen Amtsvormundschafts- und Fürsorgestelle OAF, ein Jahr später Leiter des Fürsorgeamtes Altstätten, 1980 Amtsvormundstellvertreter, und 1985 wurde ihm als neuer Amtsvormund die Leitung der OAF übertragen. 1990 wurde die Institution dann einem Gemeindezweckverband übertragen und in Soziale Dienste Oberes Rheintal, oder kurz SDO, umbenannt.

Eine Arbeit, die Spuren hinterlässt

Bemerkenswert sei nicht allein die an sich schon aussergewöhnliche Dauer der Anstellung beim selben Arbeitgeber, meinte René Breus Stellvertreter Diego Malacrida anlässlich der Feier Breu zu Ehren am Mittwoch im Kulturraum Jung Rhy. Beeindruckend sei, in welchem Spannungsfeld René Breu seine Arbeit leiste: Man habe es bei den SDO mit Menschen zu tun, die infolge ihrer Lebensumstände intensivste Emotionen haben. Und trotz aller Professionalität sei es nicht möglich, als Berater die Probleme und die Not anderer Menschen abends im Büro zurückzulassen: «Diese Arbeit hinterlässt Spuren an einem», stellte Malacrida fest.

René Breu verhehlt dies nicht. Wenn es aber gelinge, etwas im Leben eines Menschen zum Besseren zu bewegen, dann sei die Freude gross – «und das ist auch nach 40 Jahren noch so», betonte er. Er habe aber auch auf die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen dürfen – und nicht zuletzt habe er sich stets von seiner Familie gestützt gefühlt. Wenn er damals gewusst hätte, was ihn während der 40 Jahre erwarten würde: «Ich würde es wieder tun – vieles gleich, manches etwas anders.»

Mit der Einstellung René Breus habe die Gemeinde Altstätten damals einen Glücksgriff getan, meinte Thomas Ammann, Gemeindepräsident von Rüthi und Verwaltungsratspräsident des Zweckverbands Soziale Dienste Oberes Rheintal. Breu sei Sozialarbeiter, Verwaltungsfachmann, Personal- und Finanzchef und auch das juristische Gewissen der SDO. Dabei lebe er die Dienstleistung, habe einen sehr guten Draht zur Bevölkerung und zu den betreuten und zu begleitenden Mitmenschen. René Breu zeige dabei viel Einfühlungsvermögen, setze aber wo nötig auch klare Grenzen. Mit seinem Wirken gebe er vielen Menschen eine Perspektive, dankte ihm Thomas Ammann.

Vor einer neuen Herausforderung

Eine der grössten Herausforderungen sieht René Breu allerdings noch auf sich zukommen: Auf Anfang 2016 gilt es die Sozialen Dienste Oberriet in die SDO zu integrieren – räumlich, personell und nicht zuletzt mitsamt 120 bis 130 Mandaten.

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