«Ich glaube nicht, dass die heutige Jugend faul ist»: Unterhaltsames Kantikonzert in Heerbrugg

Am Donnerstagabend gaben Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Heerbrugg am traditionellen Kantikonzert den Besuchern einen klangvollen Einblick ins musikalische Schaffen ihrer Schule.

Max Pflüger
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Die Musical Crew unter der Leitung von Christian Büchel bot eine hervorragende Ensembleleistung. (Bild: Bilder: Max Pflüger)

Die Musical Crew unter der Leitung von Christian Büchel bot eine hervorragende Ensembleleistung. (Bild: Bilder: Max Pflüger)

Gitarrenlehrer Denis Omerovic begrüsste als Moderator die Besucher, Eltern und Geschwister der Auftretenden, Freunde und Verwandte. Er liess es sich nicht nehmen, die Gäste auch auf das grosse Engagement aufmerksam zu machen, das der Musikunterricht den Schülerinnen und Schülern abverlangt. Es gelte zu üben, zu üben, zu üben. Und das neben dem ordentlichen Schul- und Prüfungsstress.

«Ich glaube nicht, dass die heutige Jugend faul ist.» Damit wand Omerovic all denen ein Kränzchen, die sich in den vergangenen Wochen sorgfältig und seriös auf das Kantikonzert vorbereitet hatten.

Hervorragende Solisten, starke Ensembles

Davon konnten sich nun die Zuhörer überzeugen. Sie erlebten einen abwechslungsreichen Abend. Auf unterschiedlichsten Instrumenten erklang Musik quer durch die Musikgeschichte, als solistischer Vortrag ebenso wie im Ensemble der kleinen Formationen. Linda Bartholet (4N) spielte auf der Harfe ein herrliches Allegro von Georg Friedrich Händel. Musikalisch überzeugend interpretierte Noah Reis (4P) mit flinken Fingern auf dem Klavier «Go with the flow» des 1969 geborenen italienischen Starpianisten Giovanni Allevi. Und ganz grossartig spielte die junge Klarinettistin Larissa Wiederkehr (1FA). Für das Concertino von Carl Maria Weber erhielt sie wohlverdienten Applaus. Ebenfalls eine beachtenswerte Leistung zeigte die Gitarristin Caroline Göldi, die mit «Tango en Skai» ein sehr anspruchsvolles Werk sogar auswendig vortrug.

Unter den Ensembles gefiel zum Beispiel die ausserordentlich gute Interpretation des bekannten Walzers Nr. 2 von Dimitri Schostakovitsch. Am Klavier sass Ruben Tagmann (3Pb), das Euphonium blies Nico Grab (2Na) und die Trompete Luca Grab (3Pb). Und einen grossen Erfolg mit Soloparts und swingenden Chorliedern ersang sich die rund zwei Dutzend Sängerinnen und Sänger zählende Musical Crew unter der Leitung von Christian Büchel.

«Das ist bei der Musik gleich wie bei Photoshop»

Es können nicht alle Auftretenden erwähnt werden, obwohl es alle verdient hätten. Denn alle waren gut. «Und wenn kleine Missgeschicke vorgekommen sind, so hat dies nichts zu bedeuten. Das passiert uns Profis auch. Wir können dies nur besser überspielen. Zudem ist man von CD-Qualität verwöhnt. Aber die gibt es nicht. Die wird im Studio am Computer gemixt. Das ist bei der Musik gleich wie in der Bildbearbeitung mit dem Photoshop», erklärte Denis Omerovic dem Pub­likum, das sich bei Lehrern und Schülern mit tosendem Applaus für die unterhaltsamen Vorträge bedankte.