Hundehasser legen Giftköder aus

Im Wallis werden Herdenschutzhunde vergiftet, in Zürich werden in Obst verpackte Giftköder ausgelegt und im Appenzellerland ist am Dienstag ebenfalls ein Hund an Giftködern verendet.

Margrith Widmer/sda
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NIEDERTEUFEN. Ein blonder Cocker-Spaniel aus Teufen schnüffelte während eines Spaziergangs an einem Happen Tierfutter. Der Hund konnte nicht widerstehen und verschlang den Bissen, der sich später als giftig herausstellte. Am Abend nämlich ging es dem Hund sehr schlecht. Sein Besitzer suchte sofort einen Tierarzt auf; er nahm auch vergiftetes Futter mit, das er am Tatort gefunden hatte.

Das ereignete sich am vergangenen Samstag. Der Cocker-Spaniel aus dem Tierheim überlebte den Anschlag nicht: Er starb am Dienstag nach vier Tagen qualvollen Leidens. Sobald sich das Gift nicht nur im Magen, sondern schon in der Blutbahn befinde, sei das Tier nicht mehr zu retten, sagte der Tierarzt.

Später fand die Polizei Verpackungsmaterial des verwendeten Gifts, wie Ueli Frischknecht, Mediensprecher der Ausserrhoden Kantonspolizei, erklärte.

Die Ausserrhoder Kantonspolizei ruft nun die Hundehalter zu Vorsicht auf. Wer ähnliche aussergewöhnliche Feststellungen an seinem Tier gemacht hat wie Lähmungserscheinungen, Apathie, extremer Durchfall, Erbrechen oder blutiger Kot soll diese der Polizei melden.

Denn: Nicht nur Hunde und Katzen, auch Kinder sind gefährdet. Das im Fall von Niederteufen verwendete Gift kann für Kinder tödlich sein, wie Ueli Frischknecht sagt. Auch für Katzen und Wildtiere sind Giftköder tödlich. Nur: Mit Igeln, Füchsen, Dachsen, Mardern und fleischfressenden Vögeln kann in der Regel niemand zum Tierarzt gehen – sie verkriechen sich und verenden irgendwo qualvoll. Stirbt die Mutter eines Wildtiers, verhungern die Jungen.

Das sei der erste Fall in diesem Quartier in Niederteufen, der der Polizei gemeldet worden sei, sagt Ueli Frischknecht. Tatsächlich sind aber in der näheren Umgebung in den vergangenen Monaten und Jahren von mehreren Hundehaltern immer wieder Vergiftungserscheinungen beobachtet worden; diese endeten allerdings nicht tödlich, weil Tierärzte gerade noch rechtzeitig eingreifen konnten.

Wer Tiere misshandelt oder auf qualvolle Art oder aus Mutwillen tötet, kann wegen vorsätzlicher Tierquälerei zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis drei Jahren oder einer entsprechenden Geldstrafe verurteilt werden. Seit dem 1. April 2003 gelten Tiere in der Schweiz nicht mehr als Sachen.