Holzschlag hinter dem Pfadiheim

Die Pfadi Mittelrheintal hat ihr Pfadiheim im Heerbrugger Wald saniert und modernisiert. Diese Woche wurden einige Bäume gefällt, weil immer wieder Äste und Bäume auf das Haus fielen. Künftig kann das Heim gemietet werden.

Monika von der Linden
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Josef Benz (Revierförster, von links), Luc Stoffer (Co-Abteilungsleiter, v/o Ülä) und Mischa Vogt (Präsident Elternrat, v/o Delphin) erklären, warum beim Pfadiheim gerodet werden musste. (Bild: Monika von der Linden)

Josef Benz (Revierförster, von links), Luc Stoffer (Co-Abteilungsleiter, v/o Ülä) und Mischa Vogt (Präsident Elternrat, v/o Delphin) erklären, warum beim Pfadiheim gerodet werden musste. (Bild: Monika von der Linden)

HEERBRUGG. Luc Stoffer war ein einfaches Mitglied, als die Pfadi Mittelrheintal vor fünf Jahren mit der Sanierung des Pfadiheims im Heerbrugger Wald begonnen hatte. Nun ist «Ülä» – so sein Pfadi-Name – einer von zwanzig Leiterinnen und Leitern. Er führt mit Michael Steinmann (v/o Aebi) die Abteilung Mittelrheintal. Heute sind das Pfadiheim und das nebenan stehende, kleinere Wolfsheim fertig renoviert. Luc Stoffer hatte sich schon damals gefreut, dass es etwas Neues geben sollte. Heute sagt er: «Es ist super geworden, besser als ich gedacht hatte.»

Sanierung ist gelungen

Ein Rundgang durch die beiden Gebäude zeigt, die Arbeit und das Engagement haben sich gelohnt. Dank zahlreicher Stunden Frondienst, grosszügiger Spenden aus öffentlicher Hand, Gewerbe und Stiftungen entstand ein schönes und zweckmässiges Heim.

Weil die Infrastruktur verbessert wurde, stieg der Komfort an. «Wir dürfen neu auch im Pfadiheim übernachten», sagt Mischa Vogt (Präsident Elternrat). Die Pfadfinder liessen eine Abwasserleitung zum Sonnenberg ziehen und sie mit der dortigen Kanalisation verbinden. «Und wir haben ein WC und ein Cheminée eingebaut.» Weiter erwähnt der Elternratspräsident, dass das Pfadiheim aufgrund der neu eingebauten Treppe den Brandschutzvorschriften für Übernachtungen entspricht.

Dank des Ausbaus vermieten die Pfadfinder das Heim künftig. Es stehen 25 Plätze zur Verfügung. «Geeignet ist es für ein Weekend oder für Übernachtungen von bis zu drei Werktagen. Wir werden darauf achten, dass die Mieter zu uns passen», sagt Mischa Vogt. Es wird also keine Disco und keine kommerziellen Anlässe im Wald geben. «Dass wir beim Pfadiheim keine Parkplätze errichtet haben und auch nicht werden, versteht sich von selbst.»

Dürre Ulmen, kranke Eschen

Luc Stoffer bezeichnet den Innenausbau als sehr gelungen. «Mir gefällt aber besonders gut, dass wir nun zum Beispiel Geländespiele auf einer grossen freien Fläche direkt beim Pfadiheim machen können.» Sie entsteht in dieser Woche durch die Fällung einiger Bäume und war nötig geworden, weil mehrfach Äste und Bäume auf das Dach gefallen waren und das Heim beschädigt hatten.

«Die Meldung von Mischa Vogt war für mich Grund genug, etwas zu unternehmen», sagt Revierförster Josef Benz. Das Pfadiheim liegt in einer Mulde und die ist von Nagelfluh umgeben. «Auf dem Felsen waren die Bäume schlecht verankert, weil sie nur oberflächlich verwurzeln konnten.» Josef Benz stellte dürre Ulmen, kranke Eschen und standortfremde Fichten fest. «Sie waren sehr anfällig auf Sturm.» In dem Waldstück, das etwa so gross wie ein halbes Fussballfeld ist, habe man nicht einzelne Bäume fällen können, das Gefüge wäre dadurch noch instabiler geworden.

Im Frühjahr wird aufgeforstet

Am Donnerstagabend waren die Rodungs- und Aufräumarbeiten von rund 60 Kubikmetern Holz abgeschlossen. Nun besteht wieder der nötige Sicherheitsabstand zwischen Bäumen und Häusern. «In den 1950ern war es ebenso», weiss Mischa Vogt. Nun bleiben einzelne Baumstrünke stehen, die die Pfadfinder frei gestalten können.

Aufgeforstet wird im nächsten Frühjahr mit Eichen und Linden. «Eschen, Ahorn, Ulmen und Nussbaum haben sich auf natürlichem Weg angesiedelt», sagt Josef Benz. «Es entsteht eine grosse Vielfalt und das Risiko, dass die Bäume bei Sturm, Schnee, Wassermassen oder Frost umstürzen, ist geringer.» Der Felsen wird nackt bleiben, es wurde zu viel Erde wegschwemmt, als dass sich Bäume ansiedeln könnten.

Die Kosten für das Holzen, die Aufforstung und spätere Pflege trägt die Grundeigentümerin, die Ortsgemeinde Balgach. Die Wiese unterhalb des Heims wird die Pfadi künftig selbst pflegen. Einst weideten dort Schafe. «Seitdem die Wiese nicht mehr bewirtschaftet wird, ist sie überwuchert», sagt Mischa Vogt.

www.pfimba.ch