Holzdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt

ST.MARGRETHEN. Unbekannte haben dem St. Margrether Pensionär und Hobby-Holzer Franco Steccanella etwa drei Ster Holz gestohlen. Nebst dem Wert (etwa 400 Franken) beklagt Franco Steccanella die Unverfrorenheit. Und die hässliche Lücke in der Beige.

René Schneider
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Franco Steccanella schichtet immer zwei Ster lose, daneben zwei Ster quer. Damit er Holz holen kann, ohne das Dach abbauen zu müssen. (Bild: René Schneider)

Franco Steccanella schichtet immer zwei Ster lose, daneben zwei Ster quer. Damit er Holz holen kann, ohne das Dach abbauen zu müssen. (Bild: René Schneider)

ST. MARGRETHEN. Mit Kettensäge und Spaltmaschine braucht Franco Steccanella ein paar Stunden, um aus dem «Holz unterschiedlicher Längen», das er der Ortsgemeinde abkauft, Brennholz zu machen und aufzuschichten. Die Arbeit im Wald ist seit zwanzig Jahren sein Hobby.

Sein Holz lagert zwar an einer Waldstrasse, die aber nach zweihundert Metern zu einem schmalen Wanderweg wird. Weil er nicht täglich nach seinem trocknenden Holz im abgelegenen St. Margrether Waldstück sieht, bemerkte er den Diebstahl erst jetzt, vielleicht Monate nach der Untat. Er holte für sich und seinen Sohn Holz nach Hause. Es seien wohl Ortskundige gewesen, vermutet Steccanella. Kenner, die «knochentrockene Spalten, vorwiegend Buchenholz» mitnahmen.

Solches Holz koste bei der Ortsgemeinde etwa 130 Franken pro Ster.

Schild aufgestellt

Wie will er sich künftig vor Diebstahl schützen? Steccanella zuckt die Achseln. Er habe schon ein Schild aufgestellt «Holzklau ist kein Kavaliersdelikt». Geklaut werde trotzdem ab und zu. «Aber Ofen-sprengende Knaller ins Holz einzubauen, ist wohl auch nicht die Lösung», sagt er.

«In der Menge unbedeutend» sei der Holzklau gegenwärtig, sagt Josef Benz, der Revierförster des Reviers Lüchingen bis Thal. Vor zehn Jahren sei mehr Holz gestohlen worden in den Rheintaler Wäldern. Aber: Wenn gestohlen werde, dann meist in den Regionen Altstätten oder St. Margrethen. Die Mengen schätzt Benz auf «ein paar Kubikmeter pro Jahr».

Er wisse von Rheintaler Waldbesitzern und Holzarbeitern, die versteckte Schwarzpulver-Ladungen in ihr Holz einbauen. Die bei Dieben den Ofen beschädigen sollen. Sofern sie das Holz denn selber verfeuern. Was man von dieser Art des Eigentumsschutzes hält, müsse jeder selber festlegen, sagt der Revierförster.

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