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HOHER KASTEN: Jäten in der botanischen Kampfzone

Eine Gruppe Rheintalerinnen und Rheintaler schaut im Alpengarten, dass wuchernde Pflanzen nicht überhand nehmen und seltenere Arten verdrängen.
Max Tinner
Blindtext Blindtext Blind Blind Blindtext Blindtext Blind Blind Blindtext (Bild: Blindtext Blindtext Blind Blind Blindtext)

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Max Tinner

Was auf dem Hohen Kasten wachsen möchte, muss zäh sein. Hier liegt lange in den Frühling hinein Schnee, und wenn dieser dann einmal weg ist, kann es weiterhin noch frostige Nächte geben. Ausserdem ist die Sonneneinstrahlung auf 1794 Meter über Meer wesentlich intensiver als in der Talebene. Und zuweilen weht den Pflanzen ein scharfer Wind um Blüten und Blätter. Das sind extreme Bedingungen. Kommt dazu, dass es nicht nur spät Frühling wird, sondern auch schon früh wieder Winter. Entsprechend wenig Zeit bleibt damit, um zu wachsen, zu blühen und Reserven anzulegen. «Das hier», fasst Lydia Frey zusammen, «das ist botanische Kampfzone.»

Die Agronomin ETH ist Vorstandsmitglied im Verein Alpengarten Hoher Kasten, welcher die Anlage unterhält. Lydia Frey ist für den Unterhalt verantwortlich und führt auch Gruppen durch den Alpengarten mit seinen um die 400 im Alpstein vorkommenden Alpenpflanzen. Während dieser Führungen wird einem viel Interessantes über diese teils sehr seltenen Pflanzen erzählt. Lydia Frey ist es dabei ein Anliegen, nicht nur die Pflanze im Einzelnen vorzustellen, sondern sie in den Kontext der Pflanzengesellschaft zu stellen, in der man sie antrifft.

Gegen wuchernde Kräuter braucht’s eine Eingreiftruppe

Jetzt, gegen Ende August, sind die meisten Alpenpflanzen allerdings bereits verblüht. Und noch etwas stellt man fest, wenn man dem Weg rund um den Gipfel folgt: An manchen Stellen wächst das Grün recht üppig. Weniger an felsigen Lagen, wo den Pflanzen nur wenig Erdreich zur Verfügung steht, um Wurzeln zu schlagen. Jenes sind Standorte, an denen nur wenige Spezialisten des Pflanzenreichs eine Chance haben und die dort darum nur wenig Konkurrenz haben. Aber an tiefgründigeren Orten breiten sich manche Arten kräftig aus und drohen kleinwüchsigere Blüemli zu überwuchern –die darum unter Umständen dann andere Jahre hier nicht mehr blühen würden. Um die Vielfalt des Alpengartens zu erhalten, braucht es darum eine Eingreiftruppe, welche wuchernden Kräutern und Gräsern Einhalt gebietet.

Es sind Freiwillige des Vereins Alpengarten, die Lydia Frey bei Bedarf aufbieten kann. Die meisten sind aus dem Rheintal. Beim Besuch des «Rheintalers» und der «Volkszeitung» rückten sie gerade dem Barbarakraut (auch als Winterkresse bekannt) und dem Horste bildenden Knaulgras zu Leibe. In manchen Grünflächen vor dem Bergrestaurant, die nach dem Bau des Europa-Rundwegs um den Gipfel instandgestellt wurden, wuchert zudem der Weissklee. Für das Vieh weiter unten auf der Alp wäre es ein Fest, hier zu weiden. Für den Verein Alpengarten ist das fette Grün aber nicht grad das, was man den Besuchern gerne zeigen würde. Auch hier haben die freiwilligen Jäter aus dem Rheintal darum reichlich zu tun.

Edith und Herbert Kobler aus Rüthi machen das schon seit Jahren. Sie hatten so vor etwa 15 Jahren an einer Führung durch den Alpengarten teilgenommen. Und nachdem sie das Pensionsalter erreicht hatten, wurde ihnen das Gärtnern im Alpengarten zu einem willkommenen Hobby. Eines, das ihnen auch reichlich Zeit für den eigenen Garten zu Hause lässt. Denn in der Regel werden sie selten öfter als vier- oder fünfmal im Jahr zum Jäten auf den Berg hinauf gebeten.

In ihrem Bekanntenkreis fanden sie Gleichgesinnte, die gerne mitkommen und mithelfen. Marlies und Peter Aebi etwa, die sich bei ihrem Haus in der Lienz selbst einen kleinen Alpengarten angelegt haben. Gartenarbeit ist ihnen eine gefreute Freizeitbeschäftigung. «Am Abend sieht man, was man alles getan hat – und das macht einen ausgesprochen zufrieden», sagt Marlies Aebi.

Uschi Schegg aus Oberriet ist auf ähnliche Weise zu diesem Frondiensthobby gekommen. Nach dem Tod ihres Mannes hatte sie eine Beschäftigung gesucht. Weil sie gern an der frischen Luft ist und auch daheim gern gärtnert, ist sie einmal mit Herbert und Edith Kobler mitgegangen und hat sich gleich der Gruppe angeschlossen.

Hier jätet man auf Altstätter Boden

Diese Arbeit ist den Fünfen auch lieb, weil sie wissen, dass sie dabei auf Rheintaler Boden stehen. Denn der Hohe Kasten ist zwar mit der Luftseilbahn von Brülisau her erschlossen. Das Berggasthaus und der Grossteil des Alpengartens stehen aber am höchsten Punkt der Alp Oberkamor, auf Altstätter Boden. Peter Aebi ist es eine Freude, solches den Leuten zu erklären und ihnen auch Auskunft zu geben, wenn sie ihn fragen, wie denn die Ortschaften im Tal heissen würden und wie die Berge, die man vom Hohen Kasten aus sieht. Das könnte man zwar auch aus der Infotafel am Geländer des Europa-Rundwegs herauslesen. Die Leute schätzen es aber offenbar, mit den Berggärtnern zu plaudern. Nur etwas wurmt Aebi: dass auf besagter Infotafel sein Dörfchen Lienz, direkt am Fuss des Hohen Kastens nicht aufgeführt ist.

An den öffentlichen Führungen, die von Mitte Juni bis Mitte August jeweils mittwochnachmittags angeboten werden, kann man gratis teilnehmen. Der Rundgang durch den Alpengarten kann aber auch von jedermann und jederzeit individuell begangen werden. Lydia Frey steckt dazu Täfelchen mit der deutschen und der botanischen Bezeichnung zu den jeweils grad blühenden Pflanzen. Wer dann mehr wissen möchte, findet mit diesen Angaben leicht zusätzliche Informationen in Smartphone-Apps oder gedruckten Pflanzenführern. Einen solchen gibt es sogar speziell für die Pflanzenwelt rund um den Hohen Kasten (Moser Edi, Messmer Walter: Pflanzenreich Alpstein).

Hinweis

www.hoherkasten.ch/gipfel-erleb nis/alpengarten

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