Hoher Gewinn, grosszügige Haltung

Die Rechnung der Ortsgemeinde Schmitter weist einen Gewinn von 715 000 Franken aus. Zu verdanken ist er vor allem dem Verkauf von sechs EFH-Parzellen. Die Finanzkraft nützt der Allgemeinheit.

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DIEPOLDSAU-SCHMITTER. Auch in diesem Jahr ist die Ortsgemeinde in der komfortablen Lage, Grundstücke verkaufen zu können. Vorgesehen ist somit erneut ein deutliches Plus: 399 900 Franken, um genau zu sein. Diese Zahl, so knapp unter 400 000, sei nicht etwa konstruiert, versichert Ortsgemeindepräsident Tony Frei, sondern reiner Zufall.

Ertrag für die Allgemeinheit

Die Ortsgemeinde Schmitter engagiert sich (wie alle anderen Ortsgemeinden) nicht nur für die Natur, sondern erbringt auch namhafte finanzielle Leistungen zugunsten der Allgemeinheit. Im letzten Jahr wurden unter anderem der Musikverein Diepoldsau-Schmitter bei der Sanierung des Probelokals sowie das Buchprojekt «Rheintaler Geschichte» unterstützt. Die Summe solcher Beiträge entsprach bisher 2 Prozent des Nettovermögens. In einer Zeit historisch tiefer Zinsen war jedoch eine neue Berechnungsgrundlage festzulegen.

Das Amt für Gemeinden empfiehlt den Ortsgemeinden für die Jahre 2013 und 2014, der allgemeinen Öffentlichkeit den effektiven Ertrag zugute kommen zu lassen, den das frei verfügbare Vermögen abwirft. Von diesem Ertrag werden allerdings noch die Verwaltungskosten abgezogen, ausserdem kann der Betrag wegen der eingerechneten Teuerung noch etwas tiefer ausfallen. Die Ortsgemeinde Diepoldsau hat somit für dieses Jahr 442 000 Franken zugunsten der allgemeinen Öffentlichkeit budgetiert (bei effektiven Erträgen von 576 000 Franken). Gut 124 000 Franken sind als Ausgaben für Vereine und Institutionen budgetiert, womit die Summe des letzten Jahres um über 50 000 Franken übertroffen würde.

Auch dieses Jahr werden die üblichen Unterstützungsbeiträge entrichtet. Aber nicht nur. Die Ortsgemeinde Schmitter beabsichtigt, sich zudem für drei, vier spezielle Projekte oder Anlässe zu engagieren – mit durchschnittlich rund 10 000 Franken. Erwähnen lassen sich etwa der Schülertag der Mittelstufe im Riet (im Mai), die Anschaffung von Rollstühlen fürs Alters- und Pflegeheim sowie das Pilotprojekt Bodenverbesserung Isenriet. Auch der Kinderhort der Schule Diepoldsau-Schmitter soll einen Beitrag erhalten.

Viele neue Christbäume

Im letzten Jahr konnte die Ortsgemeinde Schmitter einmal mehr auf die tatkräftige Unterstützung durch die Gruppe Natur 60+ zählen. Mit ihrer Hilfe wurden 2000 Christbäumchen gepflanzt. In ihrem Jahresbericht schreibt die Ortsgemeinde: «Dieser grosse Einsatz und die in den nächsten Jahren aufwendige Pflege der Bäumchen werden erst in sieben bis acht Jahren Früchte tragen. So aber sollte sichergestellt sein», dass man sich auch künftig auf einen einheimischen Schmitter-Christbaum freuen könne. Eine andere Gruppe pflanzte im Till knapp 100 verschiedene Laubbäume.

Ein Höhepunkt im letzten Jahr war der Abschluss eines zwölfjährigen Projekts. Alle grösseren Gräben auf dem Grundbesitz der Ortsgemeinde Schmitter auf Österreicher Boden sind nun tierfreundlich abgeflacht. Insofern sei ein Wunsch aller Naturschutzinteressierten erfüllt worden. Immer wieder sei es zuvor geschehen, dass Niederwild in die steilufrigen Gräben fiel und sich nicht mehr selbst befreien konnte. Für ihr Engagement erhielt die Ortsgemeinde Schmitter zusammen mit den Ortsgemeinden von Widnau und Au von der Marktgemeinde Lustenau den Umweltpreis überreicht. (gb)