Hohe Erwartungen an die Unternehmensgewinne

Am Schweizer Aktienmarkt haben die meisten Unternehmen ihre Halbjahresergebnisse bereits veröffentlicht. Zusammengefasst gestaltet sich die Situation ernüchternd: In der ersten Jahreshälfte konnten die Umsätze und Gewinne nur leicht gesteigert werden.

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Am Schweizer Aktienmarkt haben die meisten Unternehmen ihre Halbjahresergebnisse bereits veröffentlicht. Zusammengefasst gestaltet sich die Situation ernüchternd: In der ersten Jahreshälfte konnten die Umsätze und Gewinne nur leicht gesteigert werden.

Damit reiht sich die Berichterstattung der hiesigen Firmen nahtlos in jene ihrer amerikanischen und europäischen Mitbewerber ein. Auch diese bekunden derzeit Mühe, ihre Umsätze und Gewinne weiter zu steigern.

Bumerang Schwellenländer

In den letzten Jahren waren die Schwellenländer die treibende Kraft hinter der Entwicklung der Unternehmensgewinne. Dies sowohl bei Firmen aus den entsprechenden Ländern als auch bei ihren westlichen Mitbewerbern. Die Schwellenländer wiesen ein überdurchschnittlich hohes Wachstum, aber in vielen Wirtschaftszweigen auch eine nur geringe Marktdurchdringung auf. Doch seit wenigen Wochen hat sich die Situation in den Schwellenländern spürbar eingetrübt. In vielen Regionen ist das Wachstum deutlich verlangsamt. Gleichzeitig hat die Währung vieler dieser Länder gegenüber den Währungen führender Wirtschaftsnationen an Wert eingebüsst. Beides schlägt sich negativ in der Umsatz- und Gewinnentwicklung westlicher Unternehmen nieder.

In Europa hat sich die Situation hingegen beruhigt. Selbst in den von der Schuldenkrise betroffenen Peripheriestaaten zeigen wirtschaftliche Frühindikatoren erste Erholungstendenzen. An den Aktienmärkten gilt die Hoffnung der Akteure deshalb nicht mehr wie in der Vergangenheit den Schwellenländern, sondern Europa.

Enttäuschungspotenzial

Über die kommenden Monate muss sich allerdings einiges tun. Denn die Markterwartungen liegen auf das Gesamtjahr betrachtet bei einem Gewinnwachstum von zehn Prozent. Selbst wenn sich in der zweiten Jahreshälfte eine Beschleunigung einstellt, ist nicht sicher, ob die Unternehmen diesen ambitiös hohen Erwartungen gerecht werden. Insbesondere die jüngste Wachstumsverlangsamung in den Schwellenländern hat bei vielen Firmen noch nicht Einzug in die Gewinnschätzungen erhalten, was Raum für Enttäuschungen schafft.

Vorschau kommende Woche

Nächste Woche werden u. a. Crealogix, Helvetia, National-Versicherung, Romande Energie und u-blox ihre Halbjahreszahlen vorlegen. Konjunkturseitig steht die Schätzung für die Veränderung des Bruttoinlandprodukts im zweiten Quartal zur Veröffentlichung an. In den USA liegt das Hauptaugenmerk auf dem Einkaufsmanager-Index sowie auf dem Arbeitsmarktbericht für den Monat August.

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