Hochwasserschutz auf dem Weg

Das Vorprojekt Hochwasserschutzmassnahmen Littenbach-Aecheli ist genehmigt und zur Vorprüfung bei Kanton und Bund eingereicht. Bisher wurden über 3 Mio. Franken in die Hochwassersicherheit von Au und Berneck investiert.

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AU/BERNECK. Das Vorprojekt geht von weiteren Investitionen von geschätzten 32 Mio. Franken aus.

Nach den beiden Hochwasserereignissen in den Jahren 1998 und 2002 haben die Gemeinden Berneck und Au die Kommission Hochwasserschutz Littenbach eingesetzt. Die Projektgruppe Hochwasserschutz Littenbach-Aecheli Au-Berneck, wurde im letzten Jahr neu konstituiert. Sie setzt sich aus den Gemeindepräsidenten und je einem Gemeinderat sowie Spezialisten des kantonalen Tiefbauamts zusammen. Die Ingenieurgemeinschaft Bänziger Partner AG/Wälli AG Ingenieure begleitet das gemeindeübergreifende Projekt ausführend. Die Projektgruppe hat die nötigen Schritte und Planungen in die Wege geleitet, damit die Hochwassersituation für das Siedlungsgebiet verbessert werden kann.

Die Vorabklärungen haben gezeigt, dass die Ausgangslage komplex ist und der Hochwasserschutz nicht mit einer Einzelmassnahme gelöst werden kann. Nur eine ganze Palette von Massnahmen führt längerfristig zur Verbesserung der Hochwassersicherheit. Diese umfassen sowohl die Bereitstellung von Rückhalteraum für Holz und Geschiebe als auch den Ausbau der Gerinne und den Rückhalt von Wasser in Retentionsräumen.

Umgesetzt und geplant

Als erste Massnahme wurde im Winter 2005/2006 das Volumen des Kiesfangs Schlossbrücke vergrössert. Mit dem Bau einer neuen Sperre wurden die Strömungsverhältnisse beim Durchlass Schlossbrugg verbessert. Gleichzeitig wurde das Gerinne vom Kiesfang Schlossbrugg bis zur Brücke Indermaur für die Dimensionierungswassermenge ausgebaut. Die Kosten lagen bei 700 000 Franken.

Nach einer Planungs- und Bauphase von vier Jahren konnte im Dezember 2009 die Geschiebe- und Holzrückhalteanlage Dürrenbommert in Betrieb genommen werden. Diese Anlage mit einem Volumen von 6000 bis 8000 m³ stellt sicher, dass Geschiebe und Holz vor dem Siedlungsgebiet zurückgehalten wird und kostete rund 2 Mio. Franken. Sie hat sich seit der Erstellung schon mehr als einmal bewährt.

Im Dezember 2015 wurde die Kobelbrücke durch ein höher gelegenes Provisorium ersetzt. Entlang der Bachstrasse Au wurden Winkelelemente versetzt. Mit diesen Massnahmen konnte die Hochwassersicherheit deutlich erhöht werden, was sich bereits im Juni 2016 bewährt hat.

Das Hochwasser vom Juli 2014 hat aber gezeigt, dass der Littenbach noch mehr Holz als bisher angenommen mitführen kann. Deshalb wird zurzeit ein weiterer Standort für einen Rückhalt von Holz im Gebiet Papieri projektiert. Dieser geplante Holzrückhalt wird als vorgezogene Massnahme behandelt, wie die bereits umgesetzten Massnahmen Sammler Schlossbrücke und Dürrenbommert sowie die provisorische Kobelbrücke. Da-mit kann der Holzrückhalt einzeln unter Berücksichtigung des Gesamtprojekts projektiert, genehmigt und umgesetzt werden. Vorgesehen ist, diesen Rückhalt spätestens 2017 umzusetzen.

Die bestehenden Gewässerquerschnitte von Littenbach, Hinterburgbach und Aecheli vermögen die anfallende Wassermenge eines 100-jährigen Hochwassers nicht abzuleiten. Abklärungen und umfangreiche Berechnungen haben gezeigt, dass im unteren Bereich des Littenbaches der Platz für einen nötigen Ausbau nicht zur Verfügung steht. Deshalb ist erforderlich, dass der Abfluss gedrosselt wird und das Wasser in einem Retentionsraum zurückgehalten wird. Die Retentionsräume Kloteren und Klumpen (Sedimentationsbecken) bieten dafür Platz.

Neben dem Littenbach müssen auch das Aecheli und der Hinterburgbach ausgebaut werden. Mit diesen Ausbauten wird die Überflutungshäufigkeit reduziert, sodass für die Gebiete entlang dieser Gewässer ein den Anforderungen entsprechender Schutz gewährleistet wird.

Räte genehmigen Vorprojekt

Die Ausarbeitung des Vorprojektes für die noch ausstehenden Massnahmen an Littenbach, Hinterburgbach und Aecheli sind abgeschlossen. Die Projektgruppe Hochwasserschutz Littenbach-Aecheli Au-Berneck hat das Vorprojekt am 20. Mai zuhanden der Gemeinderäte Au und Berneck verabschiedet. Die Gemeinderäte haben das Vorprojekt im Juni 2016 genehmigt.

Das Vorprojekt Hochwasserschutzmassnahmen Littenbach-Aecheli, Au-Berneck, wird den kantonalen Fachstellen und dem Bundesamt für Umwelt Bafu zur Vernehmlassung unterbreitet. Eine erste Rückmeldung wird im Herbst 2016 erwartet. Anschliessend folgen die nächsten Projektierungsschritte, das Bau- und Auflageprojekt. Wann die Massnahmen realisiert werden können, ist abhängig vom weiteren Projektierungsverlauf und noch offen. Ziel ist es, die Hochwassersicherheit für das Siedlungsgebiet Schritt für Schritt und so bald wie möglich zu verbessern.

Seit Beginn der ersten Planungen im Jahr 2001 haben die Gemeinden bis heute etwas über 3 Mio. Franken in den Hochwasserschutz investiert. Das Vorprojekt geht aktuell von total geschätzten Kosten von 32 Mio. Franken aus. An diesen beteiligen sich Bund und Kanton im Umfang von rund 66 bis 75%. Die Restkosten finanzieren die Gemeinden Au und Berneck.

Öffentliche Information

Die Gemeinderäte Au und Berneck sowie die Projektgruppe Hochwasserschutz Littenbach Au-Berneck laden alle interessierten Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden Au und Berneck zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein auf Mittwoch, 31. August, 19.30 Uhr, in der Mehrzweckhalle Bünt in Berneck. (gk)