Hochwasseralarm im Binnenkanal in Widnau: Doch vor zwei Wochen floss im Kanal in Rüthi mehr Wasser

Am Dienstag, kurz vor 8 Uhr, löste die Binnenkanal-Messstation in Widnau Hochwasseralarm aus. In Rüthi kam der Alarm gegen 3 Uhr.

Kurt Latzer
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Mitarbeiter eines Ingenieurbüros haben gestern in Widnau den Abfluss des Binnenkanals gemessen.

Mitarbeiter eines Ingenieurbüros haben gestern in Widnau den Abfluss des Binnenkanals gemessen.

Kurt Latzer

Ganze Bäume, abgebrochene Äste und Wurzelstöcke transportierte der Rheintaler Binnenkanal am Dienstag seewärts. Es war auffallend viel, im Gegensatz zu früheren Hochwasserereignissen. Holzfischer hätten an dieser Fracht ihre Freude gehabt.

Doch trotz des Unwetters mit heftigen Regenfällen blieb das Wasser in seinem Bett.

Mauern haben geholfen, Hochwasser zu verhindern

Wäre der Pegel gut eineinhalb Meter höher gestiegen, hätte das Wasser bei der Brücke vis-à-vis der Raiffeisenbank in Widnau die Dammkrone erreicht. Kurz vor 8 Uhr sendete dort die Messstation via SMS ein Alarmsignal. Mitarbeitende der Bänziger Kocher Ingenieure AG waren um 8 Uhr in Widnau an der Arbeit. Sie nutzten das Hochwasser, um den Abfluss des Binnenkanals zu messen.

In Rüthi verschickte die Messeinrichtung das Signal bereits fünf Stunden früher. «Der Binnenkanal ist nicht über das Ufer getreten. Zum Glück haben wir die neuen Mauern», sagt Monika Eggenberger, Gemeindepräsidentin ad interim von Rüthi. Und: Vor etwa zwei Wochen sei die Hochwassersituation kritischer gewesen.

Am Littenbach zwischen Berneck und Au wurde gegen 1 Uhr der Voralarm gegeben, später Hochwasseralarm.

Am Dienstag sanken die Pegel schon wieder

Den Höchststand erreichte der Bach in der Nacht. Nur einen guten Meter unter der Uferkrone floss das Wasser in Richtung Binnenkanal. Gegen 8.30 Uhr lag der Pegel bereits rund eineinhalb Meter tiefer.

Für den Dienstagnachmittag hatten die Meteorologen erste Aufhellungen und weniger Niederschläge prognostiziert. Die Hochwassergefahr verringerte sich damit rasch deutlich.