Hochpreisig

Der deutsche Versandhändler ist erfahren und hat einen guten Ruf bei seiner Kundschaft. Er schickt sein Elektrogerät zur Ansicht. Man kann es ausprobieren und innert 14 Tagen in der Originalverpackung retournieren.

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René Schneider

René Schneider

Der deutsche Versandhändler ist erfahren und hat einen guten Ruf bei seiner Kundschaft. Er schickt sein Elektrogerät zur Ansicht. Man kann es ausprobieren und innert 14 Tagen in der Originalverpackung retournieren. Er bezahle bei DHL 22 Euro für den Versand in die Nachbarländer – auch in die Schweiz, steht auf seiner Webseite. DHL unterhalte Stützpunkte an allen grösseren Schweizer Bahnhöfen. Auch in Heerbrugg, zeigt eine DHL-Liste. Der Teufel steckt aber im Detail. Dort werden nur Pakete mit DHL-Norm angenommen. Mein Paket ist leicht grösser als die grösste DHL-Schachtel. Und ist 15 Kilo schwer. «So was» werde am grossen DHL-Stützpunkt in Buchs angenommen, erfahre ich. Der DHL-Mann in Buchs misst das Paket, wiegt es, stutzt, ruft einen erfahrenen Kollegen. Dann bestätigen beide: «Normal» kostet die Spedition 360 Franken, Express über 400 Franken. «Dafür kann ich hinfliegen und das Päckli mit dem Taxi zustellen», entfährt es mir. In der Schweiz sei eben alles «etwas teurer», relativiert der DHL-Mann. «Schon wegen der Löhne und so.» Der deutsche Versandhändler geniesse eben Sonderrabatte. Der DHL-Mann gibt mir den Rat, es bei der Post zu versuchen. Nur daure «bei denen» die Zustellung einige Tage. «Mirdochegal», denke ich und bedanke mich artig für den Tip. Sie waren nett, die DHL-Mitarbeiter. Für den Rest können sie ja nichts. Die Post Buchs nimmt das Paket für 59 Franken an. Vielleicht hätte ich es von Anfang an zur Post statt zum Bahnhof Heerbrugg tragen sollen. Oder nach Lustenau – zu Post, DHL oder sonst einem Spediteur. Schon wegen der Gehälter. Warum werden eigentlich immer die Kleinen abgezockt?

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