Historischer Entscheid lässt die Rohölpreise kräftig steigen

Allen Unkenrufen zum Trotz konnten sich die Mitgliedsstaaten der Organisation erdölexportierender Länder endlich auf eine Drosselung der Fördermenge einigen. Nun gelang es ihnen sogar, wichtige, der Organisation nicht angehörende, Ölproduzenten mit ins Boot zu holen.

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Allen Unkenrufen zum Trotz konnten sich die Mitgliedsstaaten der Organisation erdölexportierender Länder endlich auf eine Drosselung der Fördermenge einigen. Nun gelang es ihnen sogar, wichtige, der Organisation nicht angehörende, Ölproduzenten mit ins Boot zu holen. An den Rohstoffmärkten wurde dieser historische Entscheid mit stark steigenden Rohölpreisen frenetisch gefeiert.

Gut ein Jahr ist es her, dass sich das Rohöl an den Rohstoffmärkten in einem Stimmungstief befand. Weil Kapital aus den erdölproduzierenden Schwellenländern abgezogen wurde, sahen sich viele von ihnen zum Verkauf von Rohölbeständen gezwungen. Doch das war einmal: Mit 57 Dollar kostet ein Fass der Sorte Brent Crude heute fast 45 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Von den Mehrjahrestiefstständen von Anfang Januar aus betrachtet hat sich der Preis mehr als verdoppelt. Das hat seine guten Gründe, konnte die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) kürzlich doch eine historische Einigung erzielen. Erstmals seit Jahren einigten sich die Mitgliedsstaaten auf eine Drosselung der Fördermenge. In der ersten Jahreshälfte 2017 wird eine Fördermengenreduktion um 1,2 Millionen auf täglich 32,5 Millionen Fass angestrebt. Erklärtes Ziel ist es, die Ölmärkte wieder ins Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu bringen.

Über das vergangene Wochenende kam die Opec, für Beobachter überraschend, auch mit zahlreichen nicht der Organisation angehörenden Ländern zu einer Übereinkunft. Unter anderem zeigten sich auch Russland und Mexiko zu Zugeständnissen bereit. Diese Einigung liess die Rohölpreise noch einmal kräftig steigen. Schon seit Jahren ist eine Wechselwirkung zwischen den Rohölpreisen und dem US-Dollar zu beobachten. Steigt die amerikanische Währung, fallen die Rohölpreise – und umgekehrt. Seit wenigen Wochen scheint diese Faustregel allerdings nicht mehr zu gelten, werden der US-Dollar und das Rohöl teurer.

Eine gewisse Skepsis ist in Bezug auf die Rohölpreisentwicklung durchaus angebracht. Zum einen liess die Disziplin der Opec-Mitgliedsländer bei der Einhaltung von Förderquoten in der Vergangenheit oft zu wünschen übrig und zum anderen dürften die auf alternative Fördermethoden spezialisierten amerikanischen Ölproduzenten nur auf höhere Rohölpreise gewartet haben, um wieder rentabel arbeiten zu können. Wir erwarten bis in drei Monaten einen Fasspreis von 54 Dollar und auf zwölf Monate einen von 50 Dollar.