HINTERFORST: «Gigampfis» kann es gar nicht genug haben

Der Einwohnerverein hat sich bei Experten über die Stärken und Schwächen des Dorfs kundig gemacht – im Kindergarten. Ausserdem wurden Ersatzwahlen in den Vorstand nötig.

Max Tinner
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Vizepräsident André Saxer (ganz rechts) und Nicole Heeb (in der Mitte) verabschieden die zurücktretenden Vereinsfunktionäre (von links): Cornelia Ritter, Michaela Steiger und Isabel Mattle. (Bild: Max Tinner)

Vizepräsident André Saxer (ganz rechts) und Nicole Heeb (in der Mitte) verabschieden die zurücktretenden Vereinsfunktionäre (von links): Cornelia Ritter, Michaela Steiger und Isabel Mattle. (Bild: Max Tinner)

Was macht Hinterforst so lebens- und liebenswert? Und ist es das überhaupt? Oder fehlt dem Dorf etwas dazu? Der Einwohnerverein hat für eine Studie Experten befragt. An der Hauptversammlung letzten Donnerstag im Anschluss an die Schulbürgerversammlung wurden die Ergebnisse präsentiert.

Die Ankündigung der Präsentation auf der Facebook-Seite des Vereins hatte im Vorfeld der Versammlung dort bereits zu einigen Anfragen geführt. Man wunderte sich darüber, dass der Einwohnerverein offenbar gewillt ist, Geld für eine Studie in die Hand zu nehmen.

Kindermund tut Wahrheit kund

So teuer dürfte die Expertenrunde dann allerdings nicht gewesen sein. Der Einwohnerverein fand sie nämlich im Kindergarten. Und die Studie entpuppte sich als köstlicher Film, den Vereinsaktuar Oliver Mörl im Stil der ­beliebten «Dingsda»-Unterhaltungssendungen des deutschen Fernsehens gedreht hat. Wobei: Dermassen abwegig ist die Idee nicht, denn wer sonst als die hier lebenden Kinder könnte kompetenter Auskunft darüber geben, ob ein Dorf lebenswert ist?!

Als «kleines Dorf» wurde Hinterforst charakterisiert, als ­einen Ort, an dem es «überall ­Vögel, Bäume und Wiesen» habe. So übersichtlich, dass man vom Kindergarten aus sehen kann, wo man zu Hause ist. Und als vielleicht einzigen Ort der Welt, wo im Frühling tatsächlich der ­Osterhase kommt und das sogar auf einem uralten Traktor. Am schönsten seien an Hinterforst die «Gigampfi» (die Wippe) und die Rutschbahn auf dem Spielplatz, erfuhr man. Aber auch, woran es Hinterforst noch fehlt: an einer Achterbahn, an Schnee im Sommer zum Skifahren, an einer eigenen Badi mit Rutschbahn, an einem Tierpark mit exotischen Tieren und an noch mehr Gigampfis – solche kann es in einem Dorf offenbar gar nicht genug geben. Gut möglich, dass manches Dorf anders aussähe, würde man die Kinder gewähren lassen, statt Architekten, Verkehrs- und Raumplaner mit der Planung der Siedlungen zu beauftragen.

Auch Wahlen standen an der Hauptversammlung an. Präsidentin Isabel Mattle trat nach 19 Jahren im Vereinsvorstand ­zurück. Sie sei eine Präsidentin gewesen, die den Verein mit Herzblut geführt habe, würdigte Vizepräsident André Saxer ihre Arbeit. Ebenfalls zurückgetreten ist Michaela Steiger; sie nach zehn Jahren im Vorstand, zuletzt als Kassierin. Ausserdem hat Cornelia Ritter demissioniert. Wie Isabel Mattle stand sie dem Verein 19 Jahre zur Seite.

Neuer Präsident des Einwohnervereins ist nun Toni Moreno, der vor zwei Jahren als Festwirt in den Vorstand gewählt worden war. Seine bisherige Aufgabe übernimmt Sylvia Suhner. Zusammen mit ihr wurde Petra Hautle in den Vorstand gewählt, sie wird das Kassieramt übernehmen. Als Revisorinnen wählte die Versammlung Tamara Wüst und Nicole Zäch.

Am Jahresprogramm ändert sich nicht viel. Auch dieses Jahr wird im Auftrag des Einwohnervereins der Osterhase im Dorf unterwegs sein (am 16. April). Auch den Räbaliechtliumzug (am 10. November) und die Adventsfenster organisiert der Einwohnerverein wieder. Höhepunkte werden eine Weindegustation im Torkel (am 19. Mai), die 3. Bobbycarmeisterschaft (am 18. Juni), und die 16. Hinterforster Jassmeisterschaft (am 18. November) sein – für Letztere hofft man, dass für einmal wieder ein einheimischer Teilnehmer sie gewinnt.

Max Tinner

www.facebook.com/hinterforst