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HINTERFORST: Bis zum Ende in Bewegung

Für bescheiden halten sich viele. Albert Koller war es wirklich. Einen Montag vor seinem 61. Geburtstag starb er nach schwerer Krankheit. Familie und Freunde nahmen in engstem Kreis Abschied.
Gert Bruderer
Stets bestach Albert Koller durch seine angenehm ruhige, auffallend sachbezogene Art. Archivbild: Max Tinner

Stets bestach Albert Koller durch seine angenehm ruhige, auffallend sachbezogene Art. Archivbild: Max Tinner

Gert Bruderer

Sein Wirken hatte stets Vorbildcharakter, ihm wohnte eine erneuernde Kraft inne. Beharrlich entwickelte er Bewährtes weiter, immer wieder überraschte er mit Einfällen, die weit über den Tag oder das Jahr hinaus Freude zur Folge hatten oder noch immer haben. Albert Koller verstand Erneuerung als Entwicklungsprozess. Als Daueraufgabe.

Kompromissloses Ja zum Leben

Obschon seine Krankheit bekannt war und er sichtlich eine schwere Zeit durchmachte, umwehte ihn ein Hauch vermeintlicher Unsterblichkeit. Das lag an seinem kompromisslosen Ja zum Leben, an seinem grossen Willen zum Gestalten, an seiner Lust auf Bewegung – im Beruf, im Sport, in der Gesellschaft.

Aufgeben? Den Kopf in den Sand stecken? Nicht Albert Koller, der Macher, den zeitlebens ein sportlicher Geist durchwehte.

Untrennbar verbunden ist Kollers Name mit vielem. Den von ihm stark mitgeprägten Alt-stätter Städtlilauf hatte er vor über drei Jahrzehnten angeregt. In seinem Wohnort Hinterforst glättete er die 2008 aufgekommenen schulischen Wogen nach der gewonnenen Kampfwahl als Schulpräsident. Den Verein Rhyboot geleitete er als Präsident erfolgreich durch die Zeit des grossen Spendensammelns und des Bauens. Schon früher, von 2003 bis 2009 hatte Koller dem Rhyboot-Vorstand angehört.

«Katalysator der Berufsbildung»

Als Personalmanager bei Jansen in Oberriet hat Albert Koller sich stark für die Berufsbildung eingesetzt, was ihm zwei Auszeichnungen einbrachte. Der Arbeitgeberverband würdigte seinen grossen Einsatz für die Berufslehre im Verein Chance Industrie Rheintal 2014 mit der Verleihung des «Goldenen Schraubenziehers», die Hans-Huber-Stiftung bedachte ihn 2010 mit ihrem jährlich vergebenen Preis. In der Laudatio hiess es, die Förderung von Jugendlichen generell liege Albert Koller am Herzen; zu einem «regelrechten Katalysator der Berufsbildung im Rheintal» sei er geworden.

Albert Koller, der 2015 als Schulpräsident freiwillig den Lohn offenlegte, hat gern die Bedeutung der Arbeit fürs Selbstwertgefühl unterstrichen und selbst einen bedeutenden ehrenamtlichen Einsatz geleistet. Er hat sich mit Sozialprojekten beschäftigt, war Koordinator von rhysport.net, dem Netzwerk für Breitensportanlässe im Rheintal, erfand den letztes Jahr auch von ihm moderierten Rhema-Sportdialog und führte bei der Rheintaler Sportlerwahl einfühlsam und kompetent die Gespräche.

Was immer Albert Koller tat, wo immer er als Moderator, Podiumsteilnehmer oder Referent auftrat, stets bestach er durch seine angenehm ruhige, auffallend sachbezogene Art. Den Einsatz für die Allgemeinheit leiste­te er weitgehend im Stillen, immer der Sache verpflichtet, ohne selbstdarstellerischen Drang und stets bereit, eine neue Aufgabe zu übernehmen.

Im Gespräch, im Rampenlicht mit Menschen, ob mit Sportlern, Wirtschaftsleuten oder Kandidaten – immer rückte er die anderen ins Zentrum, nie sich selbst. Mit einem Hang zur Bändigung eigener Emotionen und zur Tarnung des Besonderen als Selbstverständlichkeit erzeugte Albert Koller Spannung aus dem Alltag, aus dem Leben, das er jetzt so früh verlassen musste.

Diese Würdigung an prominenter Stelle würde ihm womöglich nicht gefallen. Sicher hat er sie jedoch verdient.

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