Hinter Schloss und Riegel

Seit jeher ist es dem Menschen ein Anliegen, seine wertvollsten Besitztümer sicher zu verwahren. Die Ausstellung «Antike Tresore» von Ulf Weissenberger wurde am Samstag eröffnet.

Valentina Thurnherr
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Ulf Weissenberger führt persönlich durch seine Sammlung und beantwortet Fragen.

Ulf Weissenberger führt persönlich durch seine Sammlung und beantwortet Fragen.

ST. MARGRETHEN. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Gemeindepräsident Reto Friedauer, der in einer kurzen Ansprache seine Freude darüber äusserte, die Ausstellung im neu gestalteten Gemeindehaus präsentieren zu dürfen. Was Friedauer selbst an den Tresoren so fasziniert, ist die Tatsache, dass in der heutigen Zeit vieles digital und somit nicht mehr greifbar ist, während diese Ausstellung einen wunderbaren Kontrapunkt aus einer vergangenen analogen Welt der Mechanik setzt.

«Eiserne Schönheiten»

Es folgte die Laudatio durch Monika Mähr, Kuratorin des Historischen und Völkerkundemuseums St. Gallen, die ebenfalls ihre Begeisterung für das Wunderwerk «Tresor» äusserte: «Die Faszination darüber, was sich da im Schlüsselloch abspielt, beziehungsweise welche technische Raffinesse dahintersteckt, überträgt sich auf jeden, der sich mit dem Thema <Schloss und Schlüssel, Schatztruhen oder Tresore> befasst». Ulf Weissenberger habe bereits einige Male aushelfen können, wenn im Museum die Schlüssel von antiken Truhen oder Vorhängeschlössern abhanden gekommen waren, sagte Monika Mähr. Ulf Weissenberger selbst bezeichnete die Ausstellung im Gemeindehaus St. Margrethen als «dritten Höhepunkt in seiner Sammlertätigkeit». In einer kurzen Ansprache veranschaulichte er anhand einer Bildschirmpräsentation seinen Werdegang zum «Herrn der Schlösser». Auch wies er darauf hin, dass er aus Platzmangel einige seiner «eisernen Schönheiten» verkaufen würde.

Wer entriegelt am schnellsten?

Als Höhepunkt des Vormittags folgte die Ankündigung eines Wettbewerbs. Den Gästen wurde ein kurzes Video vorgespielt, in dem Weissenberger das Öffnen eines Nietentresors aus dem 17. Jahrhundert vorführte. Wer in der Lage sei, den Tresor in der kürzesten Zeit zu öffnen, dem winke eine vorzügliche Flasche Wein als Preis.

Nach Beendigung des offiziellen Teils, führte Ulf Weissenberger sogar noch persönlich durch die Ausstellung, bei der er einzelne Tresore öffnete, einige Mechanismen und vor allem die Geschichte der Exponate erläuterte. Man konnte nicht umhin, sich von seiner Leidenschaft für Schlösser ein wenig anstecken zu lassen.

Die Ausstellung dauert bis 30. Oktober und ist während den Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung St. Margrethen zugänglich.

Der erste Versuch zur «Bezwingung der eisernen Schönheit». (Bilder: Valentina Thurnherr)

Der erste Versuch zur «Bezwingung der eisernen Schönheit». (Bilder: Valentina Thurnherr)