Hightech von früher

BERNECK. Die Museumskommission wurde bei den Mühlen-Rundgängen von Besuchern förmlich überrannt: Gegen 900 Personen nahmen an den Spaziergängen teil.

Maya Seiler
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Erich Gubelmann (mit roter Mütze) erzählt die Geschichte der Oberen Mühle. (Bild: Maya Seiler)

Erich Gubelmann (mit roter Mütze) erzählt die Geschichte der Oberen Mühle. (Bild: Maya Seiler)

Die Verantwortlichen der Museumskommission hatten eine spannende Ausstellung und eine informative Broschüre zusammengestellt und luden die Bevölkerung an den vergangenen zwei Wochenenden unter dem Motto «Bernecker Mühlen – Hightech von einst» zu Mühlen-Rundgängen ein. Sie wurden von Interessierten förmlich überrannt. Trotz starkem Regen kamen bereits am ersten Samstag 250 Personen mit auf die Rundgänge; am Sonntag waren es gleich nochmals so viele. Wer glaubte, das Interesse habe sich nun erschöpft, täuschte sich. Am Jahrmarkt-Samstag folgten gut 150 Mühlen-Fans den Führungen, die vier Rundgänge vom Sonntag verzeichneten wieder mindestens 200 Teilnehmer. Vorsichtig gerechnet haben gegen 900 Personen die sehenswerte Ausstellung besucht und den Spaziergang in Bernecks High-Tech-Vergangenheit mitgemacht. Die eindrücklichen Geschichts- und Physiklektionen hätten noch mehr Interesse von Lehrern und Schulklassen verdient.

Wasserkraft genutzt

Nicht nur die Rundgänge, auch die Sonderausstellung im Ortsmuseum und in den Räumen des Torkels lieferten eindrückliche Beispiele für die technischen Errungenschaften, die man seit dem Spätmittelalter entwickelte, um Korn zu Mehl zu verarbeiten. Die Besucher durften selbst Körner zwischen zwei Steinen zerreiben oder eine Maschine betreiben, die Maiskolben entkernte. Jakob Schegg mahlte in einer einfachen Mühle Maiskörner zu Ribel-Griess. Wer wollte, erhielt ein Säcklein davon geschenkt. Der Brunnen vor dem Museum trieb ein kleines Wasserrad, das die Kraft auf einen Schmiedehammer übertrug. Rainer Sieber hatte ein Modell des Bernecker Mülibachs gebaut, das die Verwendung von «grüner Energie» verdeutlichte.

Einer der Betriebe, die den Mülibach zum Antrieb nutzten, war die Säge Dierauer auf der Bünt. Diese war bis Anfang der 1970er-Jahre in Betrieb und fiel am 11. Januar 1972 einem Brand zum Opfer. Der während der Ausstellung gezeigte Kurzfilm zum Sägerei-Brand erlebte ebenfalls enormen Zuspruch.

Grosses Lob

Die Mitglieder der Museumskommission hatten an beiden Wochenenden alle Hände voll zu tun. Erich Gubelmann, Rainer Sieber und Köbi Thurnheer leiteten unzählige Mühlen-Rundgänge und beantworteten, unterstützt von Margrit Wellinger, Elsbeth Ruf und zahlreichen Helfenden, unzählige Fragen.

Beim anschliessenden Vesper mit Grillwurst und einem Glas Wein hörte man grosses Lob für den aussergewöhnlichen Museums-Anlass.