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Au-Berneck gegen Rorschach-Goldach: Hier ein Nobody, dort eine Legende

Au-Berneck gewinnt das dritte Spiel in Serie ohne Gegentor. Diesmal wird Leader Rorschach-Goldach mit 1:0 (1:0) besiegt. Der Trainer ist mit seinem Team auf dem richtigen Weg und sagt: «Ich bin zufrieden.»
Beni Bruggmann
Ridvan Yazici (l.) und Co-Trainer Yücel Sali besprechen sich in der Pause auf dem Weg in die Kabine. «Wir verstehen uns blind», sagt Yazici über sein Verhältnis zum ehemaligen Mitspieler in Wolfurt. (Bild: ys)

Ridvan Yazici (l.) und Co-Trainer Yücel Sali besprechen sich in der Pause auf dem Weg in die Kabine. «Wir verstehen uns blind», sagt Yazici über sein Verhältnis zum ehemaligen Mitspieler in Wolfurt. (Bild: ys)

Am 31. Mai letzten Jahres wird auf der Webseite des FC Au-Berneck der neue Trainer vorgestellt: «Ridvan Yazici ist seit mehreren Jahren Junioren-A-Trainer. Er übernimmt das Traineramt bei der ersten Mannschaft.» Kein Wunder, heisst es dann im «Rheintaler Fussball 2018/19», der Vorschau auf diese Saison: «Yazici kommt nicht von aussen, ist also im Verein kein Unbekannter.»

Grund genug also, kurz vor Ende seiner ersten Saison diesen erfolgreichen Auer Trainer einmal kennen zu lernen.

«Der FC Wolfurt ist der Verein meines Herzens»

Bei der Suche im Internet staunt man. Auer Trainer? Der vermeintliche Nobody wächst in Wolfurt auf und spielt dort jahrelang Fussball, zuerst bei den Junioren, ab seinem 16. Lebensjahr in der ersten Mannschaft in der Vorarlbergliga, der vierthöchsten Spielklasse.

Während 15 Jahren ist Ridvan Yazici Stammspieler, zuerst als Regisseur im Mittelfeld, gegen Ende der Karriere als Verteidiger. Lange Zeit ist er Captain, und schon mit 32 wird er Ehrenmitglied.

In Wolfurt zählt man ihn zu den Legenden. «Wenn ich nochmals auf die Welt käme, ich möchte wieder beim FC Wolfurt spielen. Er ist der Verein meines Herzens», sagt er.

Dass man beim Amtsantritt seine ansehnliche Fussballvergangenheit übersehen hat, stört ihn überhaupt nicht. «Worte interessieren mich nicht», sagt er ganz bestimmt, «mich interessieren Taten. Vor allem Taten im Team.» Also beginnen wir beim kleinsten Team.

Zusammen mit seinem Co-Trainer Yücel Sali bildet er das perfekte Duo. Sie haben einst bei Wolfurt zusammen gespielt und führen nun gemeinsam den FC Au-Berneck. Das Einlaufen leitet der Assistent selbstständig, der Chef schaut nicht mal hin: «Wir beide denken gleich, haben das gleiche Ziel, und wir verstehen uns blind.» Nach dem Spiel stehen sie fern vom Rummel auf dem Platz und besprechen sich.

Beständiger Teamplayer auch im Beruf

Auch im Beruf arbeitet Ridvan Yazici im Team. Er hat an der HTL Bregenz in Maschinenbau abgeschlossen. Zuerst arbeitete er in einem Feinmechanik-Betrieb. Heute gehört er zum Technikerteam der Firma Tobler Gerüste, Schalungen in Rheineck. «Wir sind zu fünft und arbeiten schon seit zehn Jahren zusammen», sagt er nicht ohne Stolz. Die Firma produziert an mehreren Standorten in Europa, auch in der Türkei. In Zukunft einmal ein Arbeitsort für Ridvan Yazici?

Er lacht: «Nein, sicher nicht! Meine Eltern stammen aus der Türkei. Mit der Familie reise ich jedes Jahr dorthin, um die Verwandtschaft zu besuchen. Aber ich bin zu hundert Prozent Vorarlberger, weil ich hier aufgewachsen bin. Die Schweiz gefällt mir ebenso. Wir wohnen in Diepoldsau und fühlen uns da wirklich daheim.» Damit ist er beim nächsten Team, der Familie. «Ich bin ein Familienmensch. An jedem Wochenende essen wir zusammen mit unseren nächsten Angehörigen.»

Tochter teilt die Freude am bärtigen Experiment

Die Familie Yazici besteht aus drei Personen. Neben Ridvan ist das seine Frau Bircan und ihre gemeinsame siebenjährige Tochter Nil Su. Die beiden Frauen haben unterschiedliche Meinungen zum speziellen Bart des Mannes. Dieser wird an seinem unteren Ende von einem farbigen Band zusammengehalten. Die Frau schätzt diesen Kopfschmuck nicht besonders, der Tochter gefällt er. «Ich habe Freude am Experimentieren», schmunzelt er, «ich hatte schon lange Haare, aber auch einmal eine Glatze.»

Yazici war schon einmal beim FC Au-Berneck. Allerdings nicht als A-Junioren-Trainer. Von Juli 2011 bis Januar 2013 spielte er in der ersten Mannschaft. Jetzt will er als Trainer länger bleiben, die Jungen fördern und diese Saison gut abschliessen.

Und nächste Saison mit seinem Team an einen Spitzenplatz denken? Worte interessieren ihn nicht. Also heisst es: Auf Taten warten.

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