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Heute ist Reformationstag

Vor 499 Jahren begann die Reformation. Am 31. Oktober 1517 mit dem Thesenanschlag Martin Luthers. Daher heisst der heutige Tag auch Reformationstag.
Christian Wermbter

Vor 499 Jahren begann die Reformation. Am 31. Oktober 1517 mit dem Thesenanschlag Martin Luthers. Daher heisst der heutige Tag auch Reformationstag. Gesetzlicher Feiertag ist er in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, in den deutschen Bundesländern also, in denen die Reformation ihre Wiege hat. Aber seit dem Staats-Kommunismus hat der christliche Glaube dort einen schwachen Rückhalt. Staatlicher Feiertag ist heute auch in Norwegen, wo die Reformation sich schnell und kräftig durchsetzte. Und wir in der Schweiz feiern etwas später, am 1. Sonntag im November, den Reformationssonntag.

Alles begann mit einem Brief und mit 95 Thesen aus der Feder Martin Luthers. Der Wittenberger katholische Augustinermönch und Theologieprofessor wollte darin seinen Bischof Albrecht von Mainz auf die katastrophale Ablasspraxis in seiner Kirche hinweisen: Gegen Geld konnte man einen kirchlichen Ablassbrief und damit Erlass der zeitlichen Sündenstrafen erhalten (zur Finanzierung des Petersdomes in Rom …). Luther hielt dagegen: Vergebung schenkt allein Gott. Seinem Brief legte er 95 Thesen bei. Diese nagelte er der Legende nach an die Schlosskirche zu Wittenberg, sozusagen an das Schwarze Brett der Uni.

Damit wollte er, wie damals üblich, eine Diskussion in akademischen Kreisen anzetteln. Doch die Diskussion ging wie ein Lauffeuer weit über akademische Kreise hinaus. Sie führte in letzter Konsequenz zu tiefgreifenden gesellschaftlichen und politischen Veränderungen in ganz Europa und der späteren «Neuen Welt».

Was hat Luther uns heute noch zu sagen? Was sind seine evangelischen, die froh machenden Erkenntnisse? Über dem Studium der Bibel wurde ihm schlagartig bewusst: Der Mensch lebt nicht aus sich heraus, aus seinen eigenen Leistungen, sondern allein aus der schöpferischen Liebe, gratis. Der Mensch ist nicht sein eigener Macher. Gott schenkt dem Menschen, was er zum Leben braucht: Talente, Anerkennung, Nahrung für Leib und Seele, Erkenntnis, was gut oder böse ist, Glaube, Liebe, Hoffnung.

Das meint die berühmte Lehre von der Rechtfertigung allein aus Glauben, nicht aus Werken. Die Erkenntnis Luthers ist in der jetzigen Gesellschaft, in der sich oft der Einzelne selbst erlösen muss (Heile dich selbst!), vielleicht unpopulär, aber aktueller denn je.

Also, heute am Reformationstag, heisst es, dieses Geschenk des Lebens ganz cool und lässig zu geniessen und anzunehmen.

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