Hermann Rüesch: auf den Tag genau 40 Jahre geblieben

Das sehen moderne Managementmethoden nicht mehr vor. Da bleibt einer vier Jahrzehnte an der selben Stelle. Das muss doch Betriebsblindheit nach sich ziehen. Auf dem St. Margrether Bauamt ist man anderer Meinung, denn bei Hermann Rüesch hat es geklappt.

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Bauverwalter Claudio Senn (links) und Gemeindepräsident Reto Friedauer (rechts) würdigten die Verdienste des «arbeitsjubilierenden Neuruheständlers» Hermann Rüesch. (Bild: mg)

Bauverwalter Claudio Senn (links) und Gemeindepräsident Reto Friedauer (rechts) würdigten die Verdienste des «arbeitsjubilierenden Neuruheständlers» Hermann Rüesch. (Bild: mg)

ST. MARGRETHEN. Als 24-Jähriger trat Hermann Rüesch als Wegmacher in den Dienst der Gemeinde. Das war am 1. Juni 1970. Genau vier Jahrzehnte später – also am 31. Mai 2010 – war Jubiläumstag und letzter Arbeitstag. Dass das mit der runden Anzahl Jahre so schön aufgegangen ist? Ein bisschen Rechnen war schon im Spiel.

Fast überall tätig

In 40 Jahren kann einer stets das Gleiche tun, er kann aber auch einem einzigen Arbeitgeber treu bleiben und immer wieder andere Aufgaben anpacken.

Auf Hermann Rüesch trifft Letzteres zu: Er war in fast allen Bereichen des Bauamtes tätig. Hier seien nur einige wenige erwähnt: Rasen- und Sportplatzpflege, Bestattungswesen, Unterhalt einer Tiefgarage, Markt- und Chilbichef, Warten der öffentlichen WC- Anlagen, Feuerwerkmeister am 1. August, Ansprechpartner für Dorfvereine, Bauchef bei den Bühnenanlagen sowie Leiter Giftsammelstelle.

Schon diese unvollständige Liste lässt es plausibel erscheinen, dass die Verantwortlichen und Kollegen vom St. Margrether Bauamt ihn mit einem weinenden Auge in Pension gehen sahen.

Denn er war einer, der die Arbeit sah, zu jeder Tages- und Nachtzeit für Einsätze bereitstand und der für sämtliche Probleme eine Lösung fand. In Zukunft wird dieses Wissen fehlen, das er auch aus seiner immensen Erfahrung schöpfte.

Busreisen durch Europa

Langweilig wird es Hermann Rüesch im Ruhestand nicht. Er wird mit seiner Frau Busreisen durch ganz Europa unternehmen, in den Musikvereinen St. Margrethen und Lutzenberg sowie in der Buramusig aktiv sein, sich der Kleintierzucht widmen und seine Sammlung an Sackmessern vervollständigen.

An einer kleinen internen Feier im Gemeindehaus schüttelten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und «seines» Bauamtes ihm ein letztes Mal die Hand. In offizieller Mission wenigstens. (pd)

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