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Herbst – Dessert in Farben

Ich bin nicht der harte Outdoortyp, der noch bei 20 Grad minus sein Zelt einpackt und übers Wochenende im Alpstein campt oder sogar mit dem Velo im hohen Norden an Weihnachten die Nordlichter bewundert. Von mir aus könnte es noch lange mit schönen, warmen Herbsttagen weitergehen …
Urs Stieger
SONY DSC (Bild: Picasa)

SONY DSC (Bild: Picasa)

Ich bin nicht der harte Outdoortyp, der noch bei 20 Grad minus sein Zelt einpackt und übers Wochenende im Alpstein campt oder sogar mit dem Velo im hohen Norden an Weihnachten die Nordlichter bewundert. Von mir aus könnte es noch lange mit schönen, warmen Herbsttagen weitergehen …

Positiv denken ist aber angesagt in Anbetracht der dunklen Monate, die kommen werden. Was hilft mehr als dieses sagenhafte Herbstmenü, das die Natur jedes Jahr um diese Zeit auftischt. Auch wenn vielleicht gewisse Pflanzen eher ein «Memento moriendum esse!» («Bedenke, dass du sterben musst!») als Frühlingsgefühle verbreiten.

Die grossen Hosta am Weiher haben Blätter und Blütenstände behalten, sehen aber aus wie Gemälde in Totengruften, die wir gerade auf einer Velotour in Italien gesehen haben. Die Farbe aber leuchtet frühmorgens schon und spiegelt sich im Teich. Darüber rötet die unschlagbar dankbare Felsenbirne ihre Blätter. Wenn die dann gefallen sind, hat sie schmucke Stämme in einem gesprenkelten Grau, das schön im Schnee spielt. Sie hat aber schon beim Austrieb kupferfarbene Blätter gezeigt und tausendfach kleine weisse Blüten gemacht, die dann vom Wind später wie in einem Frühlingsschneesturm davon gewirbelt wurden. Wenige Bäume und Sträucher haben diese Qualität. Dabei ist sie völlig einfach zu halten.

Auf der Mauer und anderswo blühen späte Rosen zum zweiten oder dritten Mal. Ich habe sie im Juli ziemlich zurückgeschnitten, sie werden auch noch in einem Monat blühen! Daneben hat eine Magnolie schon ihre pelzigen Knospen gebildet. Sie werden im Winter weiter wachsen und im Frühjahr die Fellstücke abstossen, damit sich die rosa Blüten entfalten können.

Die roten Beeren der dunkelgrünen, glänzenden «Stechläuba» wurden schon von den Vögeln entdeckt, ebenso die orangen der Alleebäume entlang der Strasse, die jetzt einen gewissen morbiden Charakter haben. Diese Vogelbeeren (Sorbus ×thuringiaca) aus dem Osten Deutschlands sind eigentlich gezüchtet für den Verzehr, da sie nicht so viel Bitterstoffe wie «normale» Vogelbeeren (Eberesche) haben. Die Vögel sind aber einfach schneller.

Alles ändert, nur der Sandstein war im Frühjahr schon so.

Und – nächstes Jahr wird's noch schöner!

Das Buch «Hädöpfl und Mäzeschtärn», Kolumnen aus «Der Rheintaler» und «Rheintalischen Volkszeitung» ist im blabla-verlag.ch erschienen.

Ein Feuerwerk an Herbstfarben. (Bild: Urs Stieger)

Ein Feuerwerk an Herbstfarben. (Bild: Urs Stieger)

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