Herbert Schmid wird pensioniert: «Woascht eh!»

WIDNAU. Wer kennt ihn nicht, den stets aufgestellten Aussendienstler der Firma Schrauben Würth, der immer einen guten Spruch draufhat, wenn man ihn bei der Arbeit oder in der Freizeit in «Europa» antrifft: Der Widnauer Herbert Schmid geht heute, am 11. 11. 11 um 11 Uhr 11 in Pension.

Bea Sutter
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Herbert Schmid freut sich, mehr Zeit für seine Familie und seine Hobbies zu haben: «Woascht eh!» (Bild: Bea Sutter)

Herbert Schmid freut sich, mehr Zeit für seine Familie und seine Hobbies zu haben: «Woascht eh!» (Bild: Bea Sutter)

WIDNAU. Heute ist Herbert Schmids grosser Tag. Er hat Geburtstag. Zu kaum jemandem passt das Datum 11. 11. besser als zu ihm. Eine lustige, spezielle Zahl für einen aufgestellten und geselligen Menschen. «Ich wurde am 11. November 1946 geboren. Ich habe selber Freude an diesem Datum. Ich wusste auch immer, dass ich im Jahr 2011 pensioniert werde», sagte er beim Kaffee beim Max in Heerbrugg. Er sagte den Satz und fügte – natürlich – ein «Woascht eh» hinzu. Der Ausspruch «woascht eh» ist sein Markenzeichen geworden. Und natürlich auch sein Spitzname. Wenn man vom «Woascht eh» spricht, dann weiss im Rheintal – diesseits und auch jenseits des Rheines – praktisch jeder und jede, wer gemeint ist: De Häbi vom Schrube Würth.

Tag der offenen Tür

Dass dieser aussergewöhnliche Geburtstag gefeiert wird, auch das versteht sich von selbst. Herbert Schmid und seine Frau Josy haben sich für das grosse Fest bestens vorbereitet. In ihrem Domizil an der Neugasse 17 in Widnau ist heute Freitag ab 13.30 Uhr Tag der offenen Tür für die Verwandten, Freude und Bekannten von «Woascht eh». Das wird bestimmt ein lustiges Fest werden, denn die guten Sprüche, immer mit der Endung «woascht eh», werden nicht auf sich warten lassen. An dieser Stelle wollen auch wir dem frisch Pensionierten herzlich gratulieren und ihm für die vermehrt arbeitsfreie Zeit alles Gute wünschen. Denn ganz ohne Arbeit gehe es nun doch noch nicht, sagt Herbert Schmid. «Ich werde noch etwa zwei Tage pro Woche weiterarbeiten.» Er mache das sehr gerne so, um langsam aus dem Arbeitsprozess aussteigen zu können. Der in Au aufgewachsene Herbert Schmid erlernte den Beruf des Bauschlossers bei der Firma Federer in Berneck.

Da er gerne mit den Leuten zu tun hat, entdeckte er schliesslich, dass die Arbeit im Aussendienst ihm zusagte. So kam er vor 36 Jahren als Verkäufer für den Bereich Nutzfahrzeuge zur Firma Würth, die ihre Schweizer Niederlassung in Arlesheim in Baselland hat.

Der Aussendienstler konnte sein Büro zu Hause einrichten und von da aus die Kundschaft besuchen und beraten. «Das ist mein Traumjob», sagt der frisch Pensionierte.

Mehr Ausflüge nach «Europa»

Aber auch wenn Herbert Schmid durch seine Pensionierung weniger beruflich unterwegs sein wird, so wird man ihn bestimmt nicht seltener an seinen Lieblingsorten antreffen. Seine Abstecher nach «Europa», wie er Vorarlberg nennt, gehören nach wie vor zum Programm. «Wir sind nicht in der EU, Österreich schon, also ist das Europa», erklärt er – mit der legendären Ergänzung «woascht eh». Mit den sieben Grosskindern werde er einiges mit dem Velo oder zu Fuss unternehmen, darauf freue er sich sehr. Dann fährt der Häbi durch das Riet nach «Europa» und sofort herrscht fröhliche Stimmung, wenn es heisst «Hopp, servus» und natürlich «woascht eh».