Heizen mit erneuerbaren Energien

THAL/BURIET. Die Stimmberechtigten von Thal entscheiden am 15. November, ob das Projekt «Wärmeverbund Buriet» realisiert wird. Das ehemalige Arena-Areal Wisental in Buriet soll mit Wärmeenergie von der Holzschnitzelfeuerung im Werkhof versorgt werden.

Jolanda Riedener
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In der Heizzentrale wird Holz aus dem Autobahnunterhalt verbrannt. (Bild: pd)

In der Heizzentrale wird Holz aus dem Autobahnunterhalt verbrannt. (Bild: pd)

Der Gemeinderat von Thal möchte mit dem Projekt «Wärmeverbund Buriet» die zukünftige Energienutzung im Wärmebereich abdecken. Das Projekt ist am Dienstag an einem Orientierungsanlass im katholischen Pfarreisaal Buechen vorgestellt worden. Rund 60 Personen haben an der Veranstaltung teilgenommen, die Urnenabstimmung über das Projekt findet am 15. November statt.

In zwei Phasen realisieren

Ingenieur Beat Bosshart hat das Projekt vorgestellt, es soll in zwei Phasen realisiert werden. In einer ersten Phase soll das Gebiet Wisental (ehemals Arena) erschlossen und an die bestehende Heizzentrale beim Werkhof für Nationalstrassenunterhalt des Bundesamts für Strassen (Astra) angeschlossen werden.

In einer zweiten Phase sind die Weiterentwicklung des Fernwärmenetzes und eine neue Wärmezentrale geplant. Da die vorhandene Anlage mit Baujahr 1997 sowieso ersetzt werden müsse, biete sich an, dass die Gemeinde mit dem Astra zusammenarbeitet.

Die Gebäude beim Werkhof Buriet werden derzeit mit Holzschnitzel beheizt, die aus dem Autobahnunterhalt gewonnen werden. «Die Menge an vorhandenem Energieholz übersteigt den jetzigen Energiebedarf deutlich», sagte Bosshart.

Mit dem Kauf der Liegenschaft Wisental kann die Gemeinde auf die zukünftige Energienutzung dort Einfluss nehmen. So wolle man die Liegenschaften in diesem Gebiet verpflichten, sich dem Wärmeverbund anzuschliessen.

2014 ist eine Machbarkeitsstudie bezüglich der Nutzung von bestehenden Energiepotenzialen in der Gemeinde durchgeführt worden. Die Studie zeigt, dass mit dem vorhandenen Energiepotenzial die Teilgebiete Wisental, Röteli, Ägetli, die Industrie Hegi und Buriet südlich der Bahnlinie mit Wärmeenergie versorgt werden könnten. Nebst der Holzschnitzelfeuerung könne ausserdem aus einem Zulaufkanal, der durch Buriet zum Abwasserverband Altenrhein führt, Wärme aus dem Abwasser entzogen und als Energie genutzt werden. «Die Studie hat ergeben, dass mit dem vorhandenen Energiepotenzial aus Holz und Abwasser der gesamte Perimeter mit Wärmeenergie versorgt werden kann», sagte Beat Bosshart.

Erste Phase kostet 1,3 Millionen

Grundsätzlich gelte dabei, je grösser das Gebiet sei, desto wirtschaftlicher werde das Projekt. Da ein direkter Vollausbau mit hohen Kosten und Risiken verbunden sei, kommt das zweiphasige Projekt, das sich auf den Energieträger Holz sowie auf die Gebiete Röteli und Wiesental konzentriert, zur Abstimmung.

Die erste Phase, über die am 15. November abgestimmt wird, umfasst die Zuleitung und Erschliessung im Gebiet Wisental und die Zuleitungen zur neuen Wärmezentrale. Parallel dazu wird die neue Wärmezentrale projektiert. Die Kosten für diese Phase betragen 1,3 Millionen Franken. Der Kreditbedarf liegt bei 1,1 Millionen, da Anschlussbeiträge und Fördergelder des Kantons hinzukommen. Das Fernwärmenetz soll bis September 2016 in Betrieb genommen werden. Über das Bauprojekt zur neuen Wärmezentrale wird Anfang 2018 abgestimmt.

«Das Projekt fördert erneuerbare Energien und reduziert CO2-Emissionen», sagt Bosshart. Die Energiekosten bleiben ausserdem stabil, und Importe wie beim Heizöl entfallen.

«Das Projekt ist zukunftsgerichtet», sagte der Gemeindepräsident Robert Raths. Jemand aus dem Publikum erinnerte an die entgegen der Budgetierung zu hohen Kosten bei der Holzschnitzelanlage auf dem Areal der ehemaligen Kartonfabrik Christ. «Ich werde über die Zahlen mit Adleraugen wachen. Das Projekt wird nicht teurer werden», versprach Raths.