Heimatschützer wird Leiter Hochbau

Der Stadtrat macht Andreas Jung zum neuen Leiter Hochbau. Dieser ist Präsident des Heimatschutzes. Zwei Ämter, die sich beissen? «Ja», sagt selbst Jung und tritt als Heimatschützer zurück.

Samuel Tanner
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ALTSTÄTTEN. Andreas Jung kennt die Stadt Altstätten gut; er ist dort aufgewachsen, ihn fasziniert das alte Städtli und er hat in den letzten Jahren auch schon gegen dessen Regierung votiert.

Das war auch seine Rolle: Andreas Jung ist Präsident des Heimatschutzes der Kantone St. Gallen und Appenzell Innerrhoden. – Und kritisierte etwa im Jahr 2009 das geplante Projekt Felsenburg.

Nun meldet die Stadt Altstätten in einer Medienmitteilung, dass ebendieser Andreas Jung der neue Leiter Hochbau wird. Nur: Behält Jung beide Ämter, kommt es doch unweigerlich zu Konflikten?

«Das stimmt», sagt selbst Andreas Jung auf Anfrage. Er ergänzt deshalb: «Ich trete nicht mehr zur Wahl als Heimatschutz-Präsident an. Diener zweier Herren zu sein, geht in dem Fall nicht.»

Auch Daniel Bühler, der Stadtpräsident, sagt: «Für beide Seiten war klar, dass er sein Amt abgeben wird. Es geht auch darum, keine Konflikte zu provozieren.»

Andreas Jung ist 50 Jahre alt und hat in den letzten Jahren als selbständiger Architekt gearbeitet. Er sass in verschiedensten Jurys von Bauprojekten – Bühler bezeichnet ihn als «hochqualifiziert und sehr erfahren». Eigenschaften, die Jung bei seiner neuen Tätigkeit zweifellos benötigt. Er wird sich ab Oktober mit Teilzeit- und ab Januar mit Vollzeitpensum um die anstehenden Grossprojekte der Stadt kümmern. Die Liste ist lang: Rathaus, Freihof, Hallenbad, und so weiter. Weiter fällt etwa die Raumplanung in sein Ressort.

Dies ist ein spezielles Anliegen des Andreas Jung: «Ich will, dass das Städtli attraktiver wird.» Dazu musste er sich für einen der zwei Hüte entscheiden.