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Heilige Kommunion – was sie bedeutet

Vielerorts feiern Kinder am Sonntag ihre erste heilige Kommunion. Es ist in der Katholischen Kirche Brauch, dass die neun- bis zehnjährigen Buben und Mädchen, nach längerer Vorbereitung, zu diesem im Glauben der Kirche zentralen Sakrament der Gemeinschaft zugelassen werden.
Armin Scheuter Pastoralassistent In Kobelwald

Vielerorts feiern Kinder am Sonntag ihre erste heilige Kommunion. Es ist in der Katholischen Kirche Brauch, dass die neun- bis zehnjährigen Buben und Mädchen, nach längerer Vorbereitung, zu diesem im Glauben der Kirche zentralen Sakrament der Gemeinschaft zugelassen werden.

Gemeinhin heisst dieser erste Sonntag nach Ostern «Weisser Sonntag». Dies hat mit dem Ritual der Taufe in der frühen Christenheit zu tun. In der Feier der Osternacht wurde in den ersten Jahrhunderten die Taufe vollzogen, meist von Erwachsenen, die sich intensiv durch Busse und Fasten darauf vorbereitet hatten.

Mit dem Untertauchen bei der Taufe – in alten Kirchen kann man noch immer entsprechend wannengrosse Taufbecken (Baptisterien) bewundern – starb der alte Mensch, und gleichsam verwandelt und geläutert erhob sich der neu getaufte Christ aus dem Wasser. Als Zeichen dieser Neuwerdung und Initiation zog man diesen Täuflingen weisse Kleider an, die sie bis zu ihrer ersten Kommunion, also bis zum nächsten Sonntag, als Auszeichnung tragen durften.

Taufe und Erstkommunion waren damit zwei miteinander eng verbundene Übertritts-Rituale. Entscheidend war die Aufnahme in die neue Gemeinschaft – und dabei kam es nicht auf die familiäre Herkunft, die ethnische Zugehörigkeit oder den gesellschaftlichen Stand an. Wichtig war, dass man sich zu Jesus Christus, zu dessen Menschenbild und Lehre bekannte – und die damit verbundene Grundhaltung zur jeweils eigenen machte. Es ging darum, ein anderer, bekehrter Mensch zu werden und das alte Leben abzustreifen.

Gemeinschaft – Kommunion – ist daher in einem sehr umfassenden Sinne zu verstehen. Sie meint: die geschwisterliche Gemeinschaft der Christen, die Gemeinschaft mit Jesus und letztlich, die durch ihn im Besonderen ermöglichte Gemeinschaft mit Gott.

Diese Gemeinschaft, die sich durch Brot und Wein in Erinnerung an das letzte Abendmahl stiftet, ist daher nicht rein symbolisch zu verstehen, sondern drückt zutiefst menschliche sowie göttliche Gegenwart und eine innig verbindende Hingabe und Liebe aus.

Der Lyriker, Theologe und Arzt Angelus Silesius (+ 9. Juli 1677) hat sich mit diesem Geheimnis des christlichen Glaubens beschäftigt. Seine tiefreligiösen, der Mystik nahestehenden Epigramme werden zu den bedeutendsten lyrischen Werken der Barockliteratur gezählt – in einem dieser kurzen Sinngedichte schreibt er:

«Das Brot ernährt Dich nicht.

Was uns im Brote speist,

ist Gottes ew'ges Wort,

ist Leben und ist Geist.»

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