Heidens harter Aufprall

FC HEIDEN. Nach dem Aufstieg in die 3. Liga ist die Euphorie verpufft: Heiden steckt tief im Abstiegskampf.

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Skeptischer Blick: Heidens Trainer Reto Boller. (Bild: ys)

Skeptischer Blick: Heidens Trainer Reto Boller. (Bild: ys)

Die Freude war gross, als im Juni die Rückkehr in die 3. Liga Tatsache wurde. Diese Euphorie nahmen die Vorderländer mit in die neue Spielzeit – je länger die Vorrunde jedoch dauerte, desto schneller verblasste diese. Die Mannschaft von Reto Boller ist nach elf Partien und fünf mageren Punkten unsanft auf den harten Boden der Realität geholt worden.

Fehlende Erfahrung bestraft

Dass der Ball eine Liga höher schneller und präziser gespielt wird, musste die junge Mannschaft (Durchschnittsalter 22,6 Jahre) bereits im ersten Spiel erfahren. Obwohl man spielerisch nicht gross abgefallen ist, mussten sich die Gerbe-Kicker dem FC Ruggell wegen mangelnder Cleverness und fehlender Routine mit 2:5 geschlagen geben. Dieser Auftakt stand symbolisch für die gesamte Vorrunde, in der man des Öfteren den Gegner zum Toreschiessen einlud und mit ein paar wenigen Ausnahmen permanent einem Rückstand hinterherrennen musste.

Trotz zwei Punktgewinnen gegen die favorisierten Teams aus Staad und Wittenbach sowie dem ersten (und bisher einzigen) Sieg gegen Grabs zeigten die Vorderländer zu wenig Biss, die Gegner ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Auffällig ist zudem die Schwäche, das Spiel machen zu müssen. Sowohl gegen Appenzell wie auch gegen Scintilla Arbon wäre dies nötig gewesen. Gegen beide Mitkonkurrenten hatte man aber das Nachsehen – Punktverluste, die in der Endabrechnung entscheidend sein können. Dass man in der Schlussphase drei Kanterniederlagen einfahren musste, zeigt zudem, dass ein Grossteil der Mannschaft körperlich nicht auf der Höhe ist, um 90 Minuten durchzuhalten. Gepaart mit der Anzahl an verletzten Spielern – besonders im Defensivbereich konnte man kaum einmal mehrere Spiele in der gleichen Formation bestreiten – ist der elfte Rang die logische Konsequenz.

Ligaerhalt nicht abgeschrieben

Trotz der misslichen Lage hat man den Ligaerhalt im Vorderland keineswegs abgeschrieben. Um dieses Ziel erreichen zu können, ist eine intensive Wintervorbereitung aber unumgänglich. Dass man es spielerisch kann, hat die junge Equipe schon mehrmals bewiesen. Die Spieler müssen dies nun aber konsequent umsetzen, Teamgeist zeigen und um jeden Grashalm kämpfen. Gelingt dies, ist ein Turnaround im Bereich des Möglichen. (lua)

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